Grundstücksmarktbericht 2026: Langenfeld und der Kreis Mettmann im Aufwind
Der Gutachterausschuss für Grundstückswerte im Kreis Mettmann hat seinen Grundstücksmarktbericht 2026 vorgelegt. Er deckt acht Städte ab – von Erkrath bis Wülfrath – und die Botschaft für das Berichtsjahr 2025 ist unmissverständlich: „Auf dem Immobilienmarkt des Kreises Mettmann zeigt sich eine spürbare Belebung", die Preise haben sich im Durchschnitt um rund 6 % erhöht. Nirgendwo wird das deutlicher als in Langenfeld.
Wir haben den Bericht für Sie ausgewertet – mit Fokus auf Langenfeld sowie den Nachbarstädten Haan und Hilden, in denen wir ebenfalls regelmäßig vermitteln.
Die Eckdaten: Der Kreis dreht auf, Langenfeld dreht schneller
Im gesamten Zuständigkeitsbereich wurden 2025 insgesamt 3.237 Kaufverträge geschlossen – nach 2.534 im Vorjahr ein Plus von 27,7 %. Der Geldumsatz sprang um 36,7 % auf über 1,19 Milliarden Euro und liegt damit wieder auf dem Niveau der Boomjahre.
Langenfeld sticht heraus:
603 Kaufverträge, ein Plus von 38,3 % – fast jeder fünfte Vertrag im Kreis
250,7 Millionen Euro Geldumsatz (+27,2 %) – 21 % des gesamten Kreisumsatzes
Bei bebauten Grundstücken der höchste Flächen- und Geldumsatz aller Kreisstädte (170 Millionen Euro)
Als Treiber nennt der Ausschuss neben besseren Finanzierungsbedingungen ausdrücklich die Verdrängung: Die hohen Preise in Düsseldorf und Köln schieben Privatkäufer ins Umland – und erhöhen den Preisdruck im Kreis Mettmann.
Häuser: Langenfeld baut, wo andere ruhen
Ein Satz aus dem Bericht verdient besondere Beachtung: „In Langenfeld und Wülfrath befinden sich mit Abstand die meisten neu errichteten Ein- und Zweifamilienhäuser, während die Bautätigkeit in Erkrath, Haan und Mettmann mangels Neubaugebieten ruht." Während der Neubau in weiten Teilen der Region zum Erliegen gekommen ist, entsteht in Langenfeld tatsächlich noch etwas.
Die Preise haben es in sich (Medianwerte 2025):
Reihenmittelhaus, Baujahr 1950–1974: 365.000 € (rund 3.170 €/m² Wohnfläche)
Reihenmittelhaus, Neubau: 535.000 € (rund 4.170 €/m²)
Reihenendhaus, Neubau: 569.000 € (rund 4.460 €/m²)
Doppelhaushälfte, Neubau: 842.000 € (rund 6.200 €/m²)
Freistehende Häuser, Baujahr 2010–2023: im Schnitt rund 1,36 Millionen €
Die höchsten Durchschnittspreise im Kreis wurden laut Ausschuss in Monheim und Langenfeld erzielt. 221 verkaufte Ein- und Zweifamilienhäuser mit 115 Millionen Euro Umsatz machen Langenfeld zum aktivsten Häusermarkt des Kreises.
Eigentumswohnungen: Das stärkste Segment – und die höchsten Bestandspreise im Kreis
254 verkaufte Eigentumswohnungen bedeuten ein Plus von 41,9 %, der Geldumsatz stieg sogar um 63,6 % auf 67,8 Millionen Euro. Die Preisstruktur (Mittelwerte, inklusive Bodenwertanteil):
Baujahr 1950–1974: 2.750 €/m²
Baujahr 1975–1994: 3.010 €/m²
Baujahr 1995–2009: 3.690 €/m²
Baujahr 2010–2021: 4.390 €/m²
Neubau (Erstbezug): 5.560 €/m²
Zwei Werte stechen heraus: Mit 3.480 €/m² erzielt Langenfeld die höchsten Weiterverkaufspreise aller Kreisstädte (Kreisschnitt: 2.590 €/m²). Und mit 33 verkauften Neubauwohnungen zu durchschnittlich 5.560 €/m² liegt Langenfeld auch beim Neubau über dem Kreisniveau von 5.290 €/m². Die Rheinschiene lässt grüßen: Das Preisgefälle nach Düsseldorf schließt sich langsam – bleibt aber groß genug, um weiter Käufer anzuziehen.
Mehrfamilienhäuser: Kreisweite Kennzahlen für Investoren
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Für Renditeobjekte weist der Ausschuss die Kennzahlen wegen der geringen Fallzahlen nur auf Kreisebene aus (111 ausgewertete Kauffälle 2024/2025):
Dreifamilienhäuser: Liegenschaftszinssatz 2,7 %, Rohertragsfaktor 22,6, durchschnittlich 2.240 €/m² bei 7,70 €/m² Nettokaltmiete
Mehrfamilienhäuser (Gewerbeanteil bis 20 % vom Rohertrag): Liegenschaftszinssatz 3,4 %, Rohertragsfaktor 18,0, durchschnittlich 1.879 €/m² bei 8,00 €/m² Nettokaltmiete
Gemischt genutzte Gebäude (Gewerbeanteil über 20 %): Liegenschaftszinssatz 4,4 %, Rohertragsfaktor 15,0
In Langenfeld selbst wechselten 29 Mehrfamilienhäuser für zusammen 20,7 Millionen Euro den Besitzer. Ein Faktor von 18 Jahresmieten für Wohnzinshäuser zeigt, wie gefragt der Südkreis bei Anlegern ist – deutlich teurer als im Bergischen, aber mit entsprechend höheren Mieten und der Nähe zur Rheinschiene als Sicherheitsnetz.
Haan und Hilden im Schnellcheck
Auch die Nachbarstädte laufen wieder:
Haan: 288 Verträge (+42,6 %), 105,1 Millionen Euro Geldumsatz (+54,8 %). Bauland in guter Lage: 650 €/m². Neubauwohnungen wurden 2025 keine verkauft; Bestandswohnungen der Baujahre 1950–1974 lagen im Mittel bei 2.340 €/m².
Hilden: 558 Verträge (+30,4 %), 238,6 Millionen Euro (+42,3 %). Mit 670 €/m² in guter Lage hat Hilden die höchsten Baulandpreise im Kreis. 23 Neubauwohnungen erzielten im Mittel 4.540 €/m², der Wohnungsmarkt legte mit 338 Verträgen (+23,8 %) kräftig zu.
Bauland: Moderate Anpassungen nach oben
Die Bodenrichtwerte für den individuellen Wohnungsbau wurden zum 01.01.2026 unverändert gelassen oder leicht um 2 bis 4 % angehoben. In Langenfeld gelten als typische Baulandpreise 660 €/m² in guter, 630 €/m² in mittlerer und 585 €/m² in mäßiger Wohnlage – mehr als doppelt so viel wie im Bergischen, aber immer noch weit unter Düsseldorfer Niveau.
Wer kauft im Kreis Mettmann?
Die Herkunftsstatistik bestätigt den Verdrängungseffekt: 23,4 % aller Erwerber kommen aus einer kreisangrenzenden Großstadt – bei bebauten Grundstücken sogar 28 %. Über die Hälfte der Käufer (52 %) stammt aus der jeweiligen Stadt selbst. Der Kreis Mettmann ist und bleibt das Auffangbecken für Düsseldorfer und Kölner Kaufinteressenten, die in ihrer Stadt nicht mehr fündig werden.
Was heißt das für Eigentümer und Käufer?
Für Verkäufer in Langenfeld ist die Lage so gut wie selten: Rekordnachfrage, um 6 % gestiegene Preise im Kreis, die höchsten Bestandspreise aller Kreisstädte und ein Umfeld, in dem Düsseldorfer Kaufkraft auf begrenztes Angebot trifft. Wer verkaufen will, sollte die aktuelle Dynamik nutzen – und professionell einpreisen, denn die Käuferseite vergleicht sehr genau mit den Nachbarstädten.
Für Käufer heißt es: schnell und vorbereitet sein. Bei fast 40 % mehr Transaktionen und weiter steigenden Preisen wird Zögern teuer. Wer das Düsseldorfer Preisniveau scheut, findet in Langenfeld weiterhin den besten Kompromiss aus Anbindung, Infrastruktur und Preis – noch.
Sie haben Fragen zur aktuellen Marktlage oder möchten wissen, was Ihre Immobilie in Langenfeld, Haan oder Hilden wert ist? Sprechen Sie uns an - wir beraten Sie gerne.
Kettenbach Immobilien GmbH
Quelle: Grundstücksmarktbericht 2026, herausgegeben vom Gutachterausschuss für Grundstückswerte im Kreis Mettmann, Stichtag 01.01.2026. Kostenfrei abrufbar unter www.boris.nrw.de.