Grundstücksmarktbericht 2026: Was die neuen Zahlen für Leichlingen bedeuten
Der Gutachterausschuss für Grundstückswerte im Rheinisch-Bergischen Kreis hat den Grundstücksmarktbericht 2026 am 23. März 2026 beschlossen. Er deckt den Kreis ohne Bergisch Gladbach ab – also auch die Blütenstadt Leichlingen, die für uns seit Jahren zum Kerngebiet gehört. Das Berichtsjahr 2025 zeigt einen Markt in ruhiger Erholung, mit einem klaren Ausreißer nach oben: dem Wohnungsmarkt.
Wir haben den Bericht für Sie ausgewertet – mit Fokus auf Leichlingen und die Teilmärkte Wohnimmobilien, Eigentumswohnungen und Mehrfamilienhäuser.
Die Eckdaten: Solides Plus im Kreis
Im Berichtsgebiet wurden 2025 insgesamt 1.812 Verträge registriert, rund 6 % mehr als im Vorjahr. Der Geldumsatz stieg um rund 4 % auf 530 Millionen Euro. Der individuelle Wohnungsbau – das Rückgrat des Marktes – legte bei den Verträgen um 3 % und beim Geldumsatz um 8 % auf 286 Millionen Euro zu. Kreisweit stiegen die Preise für weiterverkaufte Häuser um rund 3 % auf durchschnittlich 3.130 €/m² Wohnfläche.
Häuser in Leichlingen: Rheinschienen-Preise im Grünen
108 Verkäufe bebauter Wohngrundstücke mit gut 45 Millionen Euro Umsatz machen Leichlingen zu einem der aktivsten Häusermärkte des Kreises – rund 15 % aller Weiterverkäufe von Ein- und Zweifamilienhäusern im Berichtsgebiet entfallen auf die Blütenstadt.
Das Preisniveau (Auswertung der Jahre 2023 bis 2025, da die jährlichen Fallzahlen klein sind):
Freistehende Häuser, Baujahr 1950–1974: Median 400.000 €, rund 3.165 €/m² Wohnfläche
Freistehende Häuser, Baujahr 1975–1994: Median 550.000 €, rund 3.307 €/m²
Freistehende Häuser, Baujahr 1995–2009: Median 632.500 €, rund 3.692 €/m²
Freistehende Häuser, Baujahr 2010–2022: Median 676.000 €, rund 4.175 €/m²
Doppelhaushälften/Reihenendhäuser, Baujahr 1950–1974: Median 360.000 €, rund 2.950 €/m²
Doppelhaushälften/Reihenendhäuser, Baujahr 1995–2009: Median 486.250 €, rund 3.784 €/m²
Damit liegt Leichlingen spürbar über dem Niveau von Solingen oder Remscheid – die Nähe zu Leverkusen, Köln und Düsseldorf hat ihren Preis. Der kreisweite Index für weiterverkaufte freistehende Häuser drehte 2025 wieder nach oben (von 94 auf 97 Punkte, Basis 2021), bleibt aber unter dem Hoch von 2022.
Eigentumswohnungen: Der Ausreißer des Jahres
Der spannendste Leichlinger Teilmarkt 2025 ist das Wohnungseigentum: 109 Verträge nach 88 im Vorjahr, der Geldumsatz sprang von 22,4 auf 34,9 Millionen Euro – ein Plus von mehr als der Hälfte. Kreisweit stieg die Zahl der Wohnungsverkäufe um rund 21 %.
Die Leichlinger Preise nach Baujahr (Wiederverkauf und Umwandlung, 2025):
Baujahr 1950–1974: 2.490 €/m² im Mittel
Baujahr 1975–1994: 2.863 €/m²
Baujahr 1995–2009: 3.080 €/m²
Ab Baujahr 2010: 4.269 €/m²
Im Neubausegment dokumentiert der Bericht das Projekt Kirchstraße 3 mit sieben Verkäufen zu durchschnittlich 4.575 €/m². Kreisweit kosteten Neubauwohnungen im Schnitt 5.250 €/m² (+2 %), Bestandswohnungen 2.641 €/m² (+3 %). Leichlingen bewegt sich also beim Bestand nahe am Kreisniveau, junge Wohnungen erzielen Aufschläge von über 60 % gegenüber Objekten der 1960er-Jahre – der Energiestandard schlägt sichtbar durch.
Mehrfamilienhäuser: Kleiner Markt, klare Kennzahlen
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In Leichlingen selbst wechselten 2025 nur 6 Drei- und Mehrfamilienhäuser für zusammen rund 3 Millionen Euro den Besitzer – ein Teilmarkt, in dem jedes einzelne Objekt zählt. Belastbare Kennzahlen weist der Ausschuss deshalb auf Kreisebene aus:
Mehrfamilienhäuser (Gewerbeanteil bis 20 % vom Rohertrag): Liegenschaftszinssatz 3,4 %, Rohertragsfaktor 18,8, durchschnittlich 1.870 €/m² Wohnfläche bei 8,20 €/m² Nettokaltmiete
Dreifamilienhäuser: Liegenschaftszinssatz 2,2 %, Rohertragsfaktor 22,6, durchschnittlich 2.127 €/m² bei 7,80 €/m²
Der Blick in die Zeitreihe lohnt: Der Liegenschaftszinssatz für Mehrfamilienhäuser lag 2017 noch bei 4,9 %, fiel bis 2023 auf 2,1 % und pendelt sich nun bei 3,4 % ein. Die Boomjahre mit dem 23-fachen der Jahresmiete sind vorbei – das aktuelle Niveau um das 19-fache ist für Verkäufer immer noch attraktiv und für Käufer wieder kalkulierbar.
Ein Detail für Vermieter: Leichlingen hat keinen eigenen Mietspiegel und orientiert sich laut Bericht am Leverkusener Mietspiegel, teils mit Abschlägen. Umso wichtiger ist die objektbezogene Mietwerteinschätzung, wenn es um Bewertung oder Neuvermietung geht.
Bauland: Unverändert – mangels Masse
Kreisweit wurden nur 65 Wohnbaugrundstücke verkauft, rund 12 % weniger als im Vorjahr. Bei dieser dünnen Datenlage beließ der Ausschuss die Bodenrichtwerte in allen Gemeinden unverändert. Für Leichlingen gelten damit weiterhin: 575 €/m² in guter, 440 €/m² in mittlerer und 390 €/m² in einfacher Lage, mit Richtwertzonen zwischen 320 und 650 €/m².
Wer kauft im Rheinisch-Bergischen?
91 % der Erwerber sind Privatleute. 61 % kommen aus dem Kreis selbst, dahinter folgen Köln (8 %), Bergisch Gladbach und Leverkusen (je 6 %). Die Käuferströme aus den Rheinmetropolen sind in Leichlingen Alltag – wir erleben regelmäßig, dass Kölner und Leverkusener Familien hier ihr erstes Haus im Grünen suchen.
Was heißt das für Eigentümer und Käufer?
Für Verkäufer in Leichlingen ist besonders der Wohnungsmarkt gerade ein Verkäufermarkt: Ein Viertel mehr Transaktionen und deutlich mehr Umsatz sprechen für starke Nachfrage. Bei Häusern gilt: Das Preisniveau ist hoch, aber die Käufer vergleichen genau mit Solingen und Langenfeld – realistische Preise verkaufen, ambitionierte stehen.
Für Käufer bleibt Leichlingen die goldene Mitte zwischen Rheinschiene und Bergischem: städtische Anbindung, dörfliche Lagen, stabile Werte. Wer auf sinkende Preise spekuliert, findet im Bericht dafür keinen Anhaltspunkt – die Bodenrichtwerte stehen, die Häuserpreise drehen wieder nach oben.
Sie haben Fragen zur aktuellen Marktlage oder möchten wissen, was Ihre Immobilie in Leichlingen wert ist? Sprechen Sie uns an - wir beraten Sie gerne.
Kettenbach Immobilien GmbH
Quelle: Grundstücksmarktbericht 2026 für den Rheinisch-Bergischen Kreis (ohne die Stadt Bergisch Gladbach), herausgegeben vom Gutachterausschuss für Grundstückswerte im Rheinisch-Bergischen Kreis, beschlossen am 23. März 2026. Kostenfrei abrufbar unter www.boris.nrw.de.