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Grundstücksmarktbericht 2026: Was die neuen Zahlen für Wuppertal bedeuten

Von Kettenbach Immobilien GmbH 23. Juli 2026 4 Min. Lesezeit
Wuppertal - die Stadt der Hanglagen und Zinshäuser
Wuppertal - die Stadt der Hanglagen und Zinshäuser

Der Gutachterausschuss für Grundstückswerte in der Stadt Wuppertal hat am 10. März 2026 den Grundstücksmarktbericht 2026 beschlossen. Die Daten beziehen sich auf das Berichtsjahr 2025 – und sie zeichnen das Bild eines Marktes, der seine Erholung fortsetzt, ohne das Niveau des Jahres 2022 schon wieder zu erreichen.

Wir haben den Bericht für Sie ausgewertet – mit besonderem Blick auf die Teilmärkte, die uns im Tagesgeschäft am meisten beschäftigen: Wohnimmobilien, Eigentumswohnungen und Mehrfamilienhäuser.

Die Eckdaten: Deutlich mehr Geldumsatz bei stabilen Vertragszahlen

Im Jahr 2025 wurden in Wuppertal 3.153 Immobilien verkauft, rund 3 % mehr als im Vorjahr. Der Geldumsatz stieg deutlich stärker: um 13 % auf rund 906 Millionen Euro. Es wurden also nicht nur mehr, sondern vor allem hochwertigere Objekte gehandelt. Der Flächenumsatz ging dagegen um 17 % auf 147 Hektar zurück – es kamen schlicht weniger große Flächen auf den Markt.

Bemerkenswert ist auch, was nicht passiert: Nur 14 Immobilien kamen 2025 im Wege der Zwangsversteigerung unter den Hammer, das sind 0,4 % aller Transaktionen. Zum Vergleich: Auf dem Höchststand 2012 waren es 295. Von einer Verkaufswelle aus Not kann trotz gestiegener Zinsen keine Rede sein.

Häuser: Freistehende Objekte sind die Gewinner

Bei Ein- und Zweifamilienhäusern registrierte der Ausschuss 551 Kaufverträge und eine klare Verschiebung der Nachfrage: 244 verkaufte freistehende Häuser bedeuten ein Plus von rund 11 %, während Doppelhaushälften (117 Verträge) und Reihenhäuser (190 Verträge) leicht nachgaben. Die Preise stiegen je nach Alter um rund 3 %.

Die Orientierungswerte aus dem Bericht:

  • Typisches Reihenhaus (ca. 125 m² Wohnfläche, gute Lage): rund 2.700 €/m² Wohnfläche, im Wiederverkauf durchschnittlich 345.000 €

  • Typische Doppelhaushälfte (ca. 130 m², gute Lage): rund 2.800 €/m², im Wiederverkauf durchschnittlich 376.000 €

  • Neubau-Reihenhäuser: durchschnittlich 460.000 € – allerdings nur 10 Verkäufe im ganzen Jahr

Der Ausschuss betont, wie inhomogen der Markt für freistehende Häuser ist: „Er umfasst den alten bergischen Kotten und die Gründerzeit-Villa im Briller Viertel." Genau diese Spreizung macht Pauschalwerte in Wuppertal so unzuverlässig – zwischen 200.000 € und über 1,1 Millionen € lag 2025 allein die Spanne bei freistehenden Häusern der Baujahre 1950 bis 1974.

Auffällig ist der fast zum Erliegen gekommene Neubau: Ganze 2 neugebaute freistehende Einfamilienhäuser wechselten 2025 den Besitzer, dazu 10 Reihenhäuser und 7 Doppelhaushälften. Wer ein neuwertiges Haus sucht, konkurriert also um ein extrem knappes Angebot.

Eigentumswohnungen: Größtes Segment, moderat steigende Preise

Mit 1.839 Kaufverträgen – rund 3 % mehr als im Vorjahr – ist das Wohnungseigentum das mit Abstand größte Marktsegment: Fast 6 von 10 Wuppertaler Immobilienkäufen sind Wohnungskäufe. Der Geldumsatz stieg um rund 15 % auf etwa 210 Millionen Euro.

Die Preise im Detail:

  • Bestandswohnungen (Wiederverkauf): durchschnittlich 1.785 €/m², rund 35 €/m² mehr als im Vorjahr

  • Neubauwohnungen (Erstbezug): durchschnittlich 4.300 €/m², stabil zum Vorjahr, bei einer Spanne von 2.750 bis 5.730 €/m²

  • Umwandlungen (Miet- in Eigentumswohnungen): 289 Verträge mit deutlich gestiegenem Umsatz

Erfreulich für Käufer: Mit 51 verkauften Neubauwohnungen war das Angebot zwar klein, aber deutlich größer als im Vorjahr (29). Der Abstand zwischen Bestand und Neubau bleibt enorm – wer den Neubaupreis von 4.300 €/m² nicht zahlen will, findet in Wuppertal einen der günstigsten Bestandsmärkte der Region.

Mehrfamilienhäuser: Wuppertals Spezialität läuft

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Der dynamischste Teilmarkt sind die Zinshäuser – in der Stadt der Gründerzeitquartiere traditionell ein eigenes Ökosystem. Die Zahl der Kaufverträge über Mehrfamilienhäuser stieg von 298 im Vorjahr um 17 % auf 350. Zusammen mit Dreifamilienhäusern und Wohn- und Geschäftshäusern wurden 382 Verträge mit einem Geldumsatz von 233,6 Millionen Euro registriert.

Die Kennzahlen für Investoren (Stichtag 01.01.2026):

  • Mehrfamilienhäuser Baujahr bis 1948: Liegenschaftszinssatz 3,9 %, Ertragsfaktor 15,5-fache Jahresrohmiete (Vorjahr: 14,6)

  • Baujahre 1949 bis 1978: Liegenschaftszinssatz 4,0 %, Ertragsfaktor 14,9

  • Baujahre 1979 bis 2000: Liegenschaftszinssatz 4,3 %, Ertragsfaktor 16,0

  • Mit Gewerbeanteil bis 20 %: Liegenschaftszinssatz 3,9 %, Ertragsfaktor 14,5

Die Quadratmeterpreise für Mehrfamilienhäuser ohne Gewerbeanteil zogen vor allem bei Altbauten an: Objekte mit Baujahr bis 1948 kosteten im Schnitt 1.185 €/m² Wohnfläche nach 1.050 €/m² im Vorjahr. Die durchschnittlichen Nettokaltmieten in den ausgewerteten Objekten lagen zwischen 6,65 und 7,15 €/m².

Der steigende Ertragsfaktor bei Altbauten – vom 14,6- auf das 15,5-fache – zeigt: Investoren akzeptieren wieder niedrigere Anfangsrenditen. Das Vertrauen in den Wuppertaler Zinshausmarkt ist zurück.

Bauland: Stabil, mit Aufschlägen in guten Lagen

Die Bodenrichtwerte für den individuellen Wohnungsbau wurden zum 01.01.2026 in den höherwertigen Lagen angehoben; der Index stieg von 323 auf 330 Punkte (Basis 1980). Ein baureifes Grundstück kostet in guter Lage typischerweise 480 €/m², in mittlerer Lage 355 €/m². Die Werte für Geschosswohnungsbau (255 bis 335 €/m²) und Gewerbe blieben unverändert.

Wer kauft in Wuppertal?

63 % der privaten Käufer kommen aus Wuppertal selbst, 89 % aus NRW. Die meisten auswärtigen Käufer stammen aus dem Kreis Mettmann, dem Ennepe-Ruhr-Kreis, Düsseldorf und Köln. Interessant ist der Trend: Der Anteil der Käufer aus dem übrigen Bundesgebiet ist seit 2021 von 6,6 % auf 10,2 % gestiegen – der Wuppertaler Markt wird überregional wahrgenommen, gerade im Zinshaussegment.

Was heißt das für Eigentümer und Käufer?

Für Verkäufer von Häusern und Wohnungen ist die Lage komfortabel: stabile Nachfrage, moderat steigende Preise, praktisch kein Neubauwettbewerb. Entscheidend bleibt die realistische Preiseinschätzung – gerade weil der Wuppertaler Markt mit seinen Hang- und Tallagen, Gründerzeitvierteln und einfachen Lagen extrem heterogen ist. Der Stadtdurchschnitt sagt über Ihr Objekt wenig aus.

Für Eigentümer von Mehrfamilienhäusern ist 2026 ein gutes Verkaufsfenster: Die Faktoren steigen, die Käufer sind zurück, und Altbausubstanz wird wieder deutlich besser bezahlt als noch vor zwei Jahren.

Für Käufer gilt: Wuppertal bleibt der Wertanker der Region – nirgendwo zwischen Rheinschiene und Bergischem Land bekommt man Bestandswohnungen und Zinshäuser zu vergleichbaren Einstiegspreisen. Das wissen inzwischen allerdings auch überregionale Investoren.


Sie haben Fragen zur aktuellen Marktlage oder möchten wissen, was Ihre Immobilie in Wuppertal wert ist? Sprechen Sie uns an - wir beraten Sie gerne.

Kettenbach Immobilien GmbH

Quelle: Grundstücksmarktbericht 2026 für die Stadt Wuppertal, herausgegeben vom Gutachterausschuss für Grundstückswerte in der Stadt Wuppertal, beschlossen am 10. März 2026. Kostenfrei abrufbar unter www.boris.nrw.de.

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