Anfüllschutz
Der Anfüllschutz schützt Kellerwände und Fundamente vor Feuchtigkeit und Erdreich
Anfüllschutz
Der Anfüllschutz bezeichnet Maßnahmen und Materialien zum Schutz der Kellerabdichtung vor mechanischer Beschädigung durch Erdreich. Er ist ein wesentlicher Bestandteil der Gebäudeabdichtung und verhindert Feuchtigkeitsschäden an erdberührten Bauteilen.
Definition und Funktion
Anfüllschutz umfasst alle Schutzmaßnahmen, die eine fertige Kellerabdichtung vor mechanischer Beschädigung beim Verfüllen der Baugrube schützen. Beim Verfüllen drückt das Erdreich gegen die Kellerwände. Ohne entsprechenden Schutz können Steine, Wurzeln oder scharfkantige Materialien die Abdichtungsschicht durchstoßen und zu Feuchtigkeitsschäden führen.
Die Hauptfunktionen des Anfüllschutzes sind:
Mechanischer Schutz der Abdichtungsschicht
Drainage von Sickerwasser
Vermeidung von Feuchtigkeitsschäden
Schutz vor Wurzeldruck
Materialien
In der Baupraxis haben sich verschiedene Materialien für den Anfüllschutz etabliert:
Noppenbahnen: Kunststoffbahnen mit charakteristischen Noppen, die zum Erdreich weisen und einen Hohlraum für ablaufendes Sickerwasser schaffen. Sie gehören zu den am häufigsten verwendeten Materialien.
Perimeterdämmplatten: Kombinieren Wärmedämmung und mechanischen Schutz. Sie werden insbesondere bei energieeffizienten Neubauten eingesetzt, wo eine Kelleraußenwanddämmung erforderlich ist.
Geotextil-Vliese: Dienen als zusätzliche Schutzschicht zwischen Noppenbahn und Erdreich und verhindern das Verstopfen der Drainage durch feines Erdmaterial.
Schaumglasplatten: Druckfeste, verrottungssichere und dampfdiffusionsdichte Lösung für anspruchsvolle Projekte.
Einbau und technische Ausführung
Der Anfüllschutz wird direkt auf die fertige Abdichtung montiert, typischerweise auf Bitumenbahnen oder Kunststoffdichtungsbahnen. Bei Noppenbahnen sind die Noppen nach außen zum Erdreich hin ausgerichtet.
Wesentliche Ausführungsdetails:
Überlappung der Bahnen von mindestens 10 cm
Befestigung am oberen Wandabschluss durch Abschlussprofile
Sauberer Anschluss an die Drainage am Wandfuß
Schutz vor Beschädigung durch Bauschutt beim Verfüllen
Die Materialkosten für ein typisches Einfamilienhaus liegen zwischen 800 und 1.500 Euro, abhängig von Qualität und Kellergröße.
Häufige Ausführungsfehler
In der Baupraxis treten wiederkehrend folgende Fehler auf:
Ungeeignetes Verfüllmaterial: Verwendung von Aushubmaterial mit scharfkantigen Steinen statt gewaschenen Kieses oder sandigen Materials.
Fehlende Drainage: Der Anfüllschutz allein ist unzureichend ohne Drainage am Fundamentfuß zur Ableitung von Sickerwasser.
Beschädigung beim Verdichten: Zu schweres Gerät oder zu nahes Verdichten an der Kellerwand kann den Schutz zerstören.
Nachträgliche Durchbrüche: Bei späteren Leitungsdurchführungen durch die Kellerwand muss der Anfüllschutz fachgerecht wiederhergestellt werden.
Normative Grundlagen
Die DIN 18533 (seit 2017) regelt die Abdichtung von Bauwerken und teilt diese in verschiedene Wassereinwirkungsklassen ein. Sie definiert die erforderlichen Schutzmaßnahmen gegen mechanische Beanspruchung beim Verfüllen und späteren Wurzeldruck. Die konkrete Ausführung des Schutzes obliegt dem Planer.
Bei KfW-geförderten Gebäuden verlangen die Förderbedingungen häufig eine Perimeterdämmung, die gleichzeitig als Anfüllschutz fungiert.
Ausnahmen
In bestimmten Fällen kann auf einen separaten Anfüllschutz verzichtet werden:
Bei Bodenplatten ohne Keller
Bei Pfahlgründung ohne erdberührte Wände
Bei Hanglagen, wo die Wand frei liegt und nicht verfüllt wird
Dokumentation und Bauabnahme
Bei der Bauabnahme prüft der Sachverständige den fachgerechten Einbau des Anfüllschutzes, sofern dieser noch sichtbar ist. Eine fotographische Dokumentation vor dem Verfüllen der Baugrube ist empfehlenswert.
Kosten
Für ein Einfamilienhaus mit 100 Quadratmetern Kellerfläche und etwa 60 Metern Wandlänge ergeben sich folgende Richtwerte:
| Material | Kosten |
|---|---|
| Noppenbahn Standard | 600 – 900 € |
| Noppenbahn mit Vlies | 900 – 1.400 € |
| Perimeterdämmung 80mm | 1.800 – 2.500 € |
| Schaumglas | 3.000 – 4.500 € |
Dazu kommen Arbeitskosten von etwa 500 bis 1.000 Euro, sofern diese nicht im Pauschalpreis enthalten sind.
Fazit
Der Anfüllschutz ist ein wesentlicher Bestandteil der Gebäudeabdichtung, der nach der Fertigstellung nicht mehr sichtbar ist, aber über Jahrzehnte seine Funktion erfüllen muss. Eine fachgerechte Ausführung verhindert kostspielige Feuchtigkeitsschäden und spätere Sanierungsmaßnahmen.
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