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Rohbau: Was dazugehört, was er kostet und worauf Sie achten müssen

Was ist ein Rohbau und was kostet er? Erfahren Sie alles zu Definition, Kosten pro Quadratmeter und dem Ablauf der Rohbauphase.

Rohbau

Der Rohbau bezeichnet die tragende Gebäudestruktur eines Bauwerks einschließlich aller konstruktiven Elemente, die das Gebäude stabilisieren und gegen Witterungseinflüsse schützen. Er bildet das strukturelle Grundgerüst des Gebäudes.

Definition und Umfang

Der Rohbau umfasst das Fundament, sämtliche tragenden Außen- und Innenwände, Geschossdecken sowie den Dachstuhl. Eine bundeseinheitliche Definition existiert nicht; die Landesbauordnungen weisen leichte Abweichungen auf. Der Rohbau gilt als abgeschlossen, wenn der Dachstuhl errichtet ist und das Gebäude regensicher verschlossen werden kann.

Nicht zum Rohbau gehören Fenster, Türen, Dacheindeckung, sämtliche Installationen (Elektro, Sanitär, Heizung), Putzarbeiten und Ausbaugewerke.

Kostenstruktur

Die Rohbaukosten betragen 40 bis 50 Prozent der Gesamtbaukosten und stellen damit den größten Einzelposten dar.

Die Quadratmeterpreise liegen zwischen 500 und 1.300 Euro. Diese erhebliche Spannweite resultiert aus regionalen Unterschieden, Bauweise, Bodenbeschaffenheit und der Entscheidung für oder gegen ein Kellergeschoss.

Für ein Einfamilienhaus mit 150 Quadratmetern Wohnfläche sind Rohbaukosten von 75.000 bis 195.000 Euro zu kalkulieren.

Das Verhältnis von Materialkosten zu Arbeitskosten beträgt etwa 40:60. Mehr als die Hälfte der Rohbaukosten entfallen auf Lohnkosten für Maurer, Betonbauer und Zimmerer.

Konstruktive Bestandteile

Fundament: Bildet die Basis des Gebäudes, typischerweise als Stahlbetonplatte oder Streifenfundament ausgeführt. Die Fundamentqualität ist entscheidend für die Gebäudestatik.

Außenwände: Tragen die Gebäudelast und schützen vor Witterung. Ausführung als Massivbauweise (Ziegel, Kalksandstein), Betonfertigteile oder Holzständerbauweise bei Fertighäusern.

Innenwände: Unterteilen die Räume. Tragende Innenwände gehören zum statischen System, nicht tragende dienen ausschließlich der Raumteilung.

Geschossdecken: Trennen die Etagen und leiten Lasten in die Wände. Üblicherweise als Stahlbetondecken, alternativ als Holzbalkendecken ausgeführt.

Dachstuhl: Schließt den Rohbau ab. Holzkonstruktion nach statischer Berechnung mit Sparren, Pfetten und Streben.

Bauablauf

Der Bauablauf gliedert sich in folgende Phasen:

  1. Aushub und Vorbereitung der Baugrube

  2. Fundamentierung: Schalung, Bewehrung, Betonage mit mindestens zweiwöchiger Trocknungszeit bei Bodenplatten

  3. Wanderrichtung: Mauerwerk Stein für Stein bei Massivhäusern oder Montage von Fertigelementen

  4. Einbringung der Geschossdecken mit erforderlichen Trocknungszeiten bei Betondecken

  5. Errichtung des Dachstuhls durch Zimmerleute

  6. Richtfest als traditioneller Abschluss der Rohbauphase

Zeitaufwand

Die reine Bauzeit für den Rohbau eines Einfamilienhauses beträgt bei professioneller Ausführung circa vier Wochen.

Zusätzlich sind Trocknungszeiten für Beton und Mörtel einzukalkulieren, die insbesondere bei nasskalter Witterung mehrere Wochen betragen können.

Eine realistische Gesamtplanung für die Rohbauphase umfasst drei bis sechs Monate. Fertighäuser weisen kürzere Bauzeiten auf, komplexe Projekte längere.

Witterungseinflüsse sind zu berücksichtigen. Der Massivbau ruht im Winter häufig, da Frost und frischer Beton unverträglich sind.

Rohbauabnahme

Nach Fertigstellung erfolgt die Prüfung durch einen Prüfstatiker zur Kontrolle der statischen Anforderungen.

Der Bauherr ist zur Einreichung einer Rohbaufertigstellungsmeldung beim Bauamt verpflichtet. Diese stellt eine zwingende Voraussetzung für den Weiterbau dar.

Eine sachverständigenbegleitete Rohbauprüfung durch den Bauherrn ist empfehlenswert. Mängel sollten vor Verdeckung durch Dämmung und Putz erkannt werden.

Typische Mängel

Risse im Mauerwerk: Häufiges Phänomen mit unterschiedlicher Relevanz. Sachverständige können zwischen harmlosen Setzrissen und statisch relevanten Rissen differenzieren.

Feuchtigkeitseintritt: Feuchteschäden vor Dacheindeckung erfordern Ursachenermittlung und Beseitigung.

Maßabweichungen: Nicht lotrechte Wände oder nicht horizontale Decken erschweren den Innenausbau erheblich.

Bewehrungsfehler: Fehlerhafte oder fehlende Bewehrung in Stahlbetonbauteilen gefährdet die Tragfähigkeit und stellt einen schwerwiegenden Mangel dar.

Kosteneinsparungen

Eigenleistungen sind beim Rohbau kaum realisierbar, da Fachkenntnisse und spezialisierte Geräte erforderlich sind.

Ein Angebotsvergleich verschiedener Bauunternehmen ist empfehlenswert. Neben dem Preis sind Referenzen, Gewährleistungsbedingungen und Qualitätsnachweise zu prüfen. Niedrige Rohbaukosten bei mangelhafter Ausführung führen zu höheren Gesamtkosten.

Die eigene Materialbeschaffung ist mit Risiken verbunden, da Lieferprobleme oder Spezifikationsabweichungen vom Bauherrn zu verantworten sind.

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