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Bausachverständiger: Was er kostet und wann Sie ihn brauchen

Was macht ein Bausachverständiger und was kostet er? Erfahren Sie, wann sich

Bausachverständiger

Ein Bausachverständiger ist ein Experte, der Bauvorhaben auf technische Korrektheit, Einhaltung von Normen und Vorschriften sowie Vertragskonformität prüft. Die Beauftragung erfolgt zur Qualitätssicherung während der Bauphase oder zur Begutachtung von Baumängeln.

Aufgabenbereiche

Der Bausachverständige führt Prüfungen anhand geltender Normen, DIN-Vorschriften und anerkannter Regeln der Technik durch. Seine Expertise ermöglicht die frühzeitige Identifikation von Mängeln, bevor diese durch nachfolgende Bauabschnitte verdeckt werden.

Baubegleitung: Regelmäßige Baustellenkontrollen nach wesentlichen Bauabschnitten (Bodenplatte, Rohbau, Dachstuhl, Ausbau). Die Prüfungen umfassen die Kontrolle der Ausführungsqualität und Einhaltung technischer Vorschriften.

Bauabnahme: Systematische Begehung des fertiggestellten Gebäudes mit detaillierter Prüfung aller Komponenten. Die Inspektion umfasst Wandkonstruktionen, Fenster, Anschlüsse und technische Installationen. Festgestellte Mängel werden im Abnahmeprotokoll dokumentiert.

Gutachtenerstellung: Analyse von Bauschäden mit Ursachenermittlung und Schadensquantifizierung. Gutachten dienen als Grundlage für Verhandlungen mit Bauträgern oder in Gerichtsverfahren.

Immobilienbewertung: Zustandsprüfung und Wertermittlung bei Immobilienerwerb. Die Bewertung umfasst Bausubstanzanalyse und Markt werteinschätzung.

Kostenstruktur

Die Honorierung erfolgt nach Stundensatz oder Pauschalvergütung. Stundensätze variieren zwischen 90 und 180 Euro abhängig von Qualifikation, Spezialisierung und regionalen Faktoren.

Bauabnahme: Die Kosten für eine Bauabnahme bei Einfamilienhäusern betragen 500 bis 1.000 Euro. Der Leistungsumfang umfasst eine zwei- bis vierstündige Vor-Ort-Prüfung mit anschließender Protokollerstellung.

Baubegleitung: Vollständige Baubegleitung kostet 3.000 bis 6.000 Euro. Alternative Honorarmodelle basieren auf der Bausumme mit bis zu zwei Prozent. Bei einer Bausumme von 350.000 Euro entspricht dies 7.000 Euro.

Hauskaufberatung: Die Beratung bei Bestandsimmobilienerwerb kostet 400 bis 650 Euro. Der Leistungsumfang umfasst Feuchtigkeitsmessung, Schimmelprüfung und Bausubstanzanalyse.

Wertgutachten: Umfassende Immobilienbewertungen kosten 1.000 bis 2.000 Euro. Kurzgutachten sind ab 100 bis 500 Euro erhältlich.

Warum sich das lohnt

Die Statistik spricht eine klare Sprache: Durchschnittlich 10 bis 20 Mängel pro Neubau, durchschnittlicher Schaden 50.000 Euro. Da relativieren sich die Kosten für den Sachverständigen schnell.

Der entscheidende Punkt: Mängel müssen gefunden werden bevor sie zugemauert sind. Wenn der Rohbauer gepfuscht hat und die Fassade schon drauf ist, wird's kompliziert. Und teuer.

Außerdem: Mit der Unterschrift unter das Abnahmeprotokoll erklären Sie das Gebäude für mängelfrei. Vorbehalte müssen ausdruecklich aufgenommen werden. Wer nicht weiss worauf er achten muss, unterschreibt möglicherweise seinen eigenen Nachteil.

Der Bauträger oder Bauunternehmer drängt auf schnelle Abnahme. Je früher Sie unterschreiben, desto schneller ist er raus. Ein Sachverständiger bremst diesen Prozess und sorgt dafür, dass alles ordentlich dokumentiert wird.

Wann ist der richtige Zeitpunkt?

Bei der Baubegleitung gibt es mehrere wichtige Termine. Nach der Bodenplatte prüfen, ob Abdichtung und Bewehrung stimmen. Nach dem Rohbau Mauerwerk und Statik kontrollieren. Nach dem Dachstuhl die Konstruktion und Dampfsperre checken. Vor dem Verputzen die Installationen begutachten.

Mindestens zur Bauabnahme sollte ein Experte dabei sein. Das ist der Moment, wo sich entscheidet was im Protokoll steht - und wofür Sie später noch Gewährleistungsansprüche haben.

Beim Hauskauf vor der Unterschrift unter den Kaufvertrag. Wenn das Gutachten Mängel zeigt, können Sie nachverhandeln oder zurücktreten.

Den richtigen finden

Die Berufsbezeichnung Bausachverständiger ist nicht geschützt. Jeder kann sich so nennen. Deshalb auf Qualifikationen achten.

Staatlich anerkannte Sachverständige haben eine Prüfung abgelegt. Öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige sind von einer Kammer (IHK, Handwerkskammer, Architektenkammer) geprüft und zertifiziert.

Die Bezeichnung nach DIN EN ISO/IEC 17024 zeigt, dass der Sachverständige nach internationaler Norm zertifiziert ist.

Mitgliedschaft in Berufsverbänden wie dem Bauherren-Schutzbund, dem Verband Privater Bauherren oder dem TUeV ist ein gutes Zeichen. Diese Organisationen haben Qualitaetsstandards.

Fragen Sie nach Referenzen. Wie viele Objekte hat er begleitet? Welche Spezialisierung hat er? Ein Experte für Altbausanierung ist nicht automatisch fit im Fertighausbau.

Fördermöglichkeiten

Die KfW fördert unter bestimmten Voraussetzungen die Baubegleitung durch Sachverständige. Besonders bei energetischem Bauen oder Sanieren gibt es Zuschüsse.

Auch das BAFA bietet Förderungen an. Informieren Sie sich vor Beauftragung, ob Ihr Projekt förderfaehig ist - das kann mehrere hundert Euro sparen.

Typische Fehler vermeiden

Den Sachverständigen erst bei Problemen rufen. Dann ist es oft zu spät für Praevention. Besser von Anfang an einbinden.

Auf den Anbieter des Bauträgers vertrauen. Der Gutachter des Bauträgers arbeitet für den Bauträger, nicht für Sie. Immer einen unabhängigen Experten wählen.

Bei der Abnahme unter Druck setzen lassen. Sie müssen nicht sofort unterschreiben. Wenn etwas unklar ist, verschieben Sie die Abnahme.

Muendliche Zusagen akzeptieren. Was nicht im Protokoll steht, existiert nicht. Alles schriftlich festhalten.

Das Fazit

Ein Bausachverständiger kostet Geld. Aber er kann ein Vielfaches an Schaden verhindern. Die Investition zahlt sich fast immer aus - entweder durch gefundene Mängel oder durch die Gewissheit, dass alles in Ordnung ist.

Herr Berger aus der Einleitung würde heute anders entscheiden. 750 Euro für die Bauabnahme hätte er bezahlt. Stattdessen zahlt er jetzt Anwalts- und Gerichtskosten, verbringt Zeit mit Schriftverkehr und weiss nicht wie es ausgeht.

Die Rechnung ist einfach: Ein paar hundert oder tausend Euro für Praevention - oder Zehntausende für Reparatur. Was ist Ihnen lieber?

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