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Verbrauchsausweis - Energieausweis auf Basis realer Verbrauchsdaten

Der Verbrauchsausweis zeigt den tatsächlichen Energieverbrauch einer Immobilie. Erfahren Sie alles zu Unterschieden zum Bedarfsausweis, Kosten und Pflichten.

Verbrauchsausweis - Energieausweis auf Basis realer Verbrauchsdaten

Zwei Energieausweise, ein Ziel: die Energieeffizienz von Gebäuden vergleichbar machen. Der Verbrauchsausweis ist die einfachere Variante. Er basiert auf dem, was Bewohner tatsächlich verbraucht haben.

Was der Verbrauchsausweis zeigt

Im Verbrauchsausweis steht, wie viel Energie ein Gebäude in den vergangenen Jahren tatsächlich verbraucht hat. Die Daten stammen aus Heizkostenabrechnungen und Energielieferungen.

Angegeben wird der Energieverbrauchskennwert. Er beschreibt, wie viele Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr für Heizung und Warmwasser nötig waren.

Eine Farbskala von Gruen bis Rot zeigt auf einen Blick, wie das Gebäude im Vergleich abschneidet. Die Effizienzklassen reichen von A-Plus bis H.

Der Verbrauchsausweis enthält außerdem Angaben zum Baujahr, zur Heizungsart und zu den wesentlichen Energietraegern.

Unterschied zum Bedarfsausweis

Der Bedarfsausweis geht einen anderen Weg. Er berechnet den Energiebedarf theoretisch, basierend auf Bausubstanz und Anlagentechnik.

Beim Verbrauchsausweis zählt, was tatsächlich verbraucht wurde. Beim Bedarfsausweis zählt, was das Gebäude unter Standardbedingungen verbrauchen würde.

Beide Methoden haben Vor- und Nachteile. Der Verbrauchsausweis ist einfacher und guenstiger. Der Bedarfsausweis ist objektiver und aufschlussreicher.

Der entscheidende Nachteil des Verbrauchsausweises: Das Nutzerverhalten beeinflusst die Werte. Eine sparsame Familie produziert niedrige Kennwerte, auch wenn das Haus schlecht gedaemmt ist.

Wann welcher Ausweis erforderlich ist

Das Gesetz gibt nicht immer freie Wahl. In bestimmten Fällen ist der Bedarfsausweis Pflicht.

Bei Wohngebauden mit weniger als fuenf Wohneinheiten, die vor 1977 gebaut wurden und nicht nachtraeglich saniert sind, reicht der Verbrauchsausweis nicht.

Für diese aelteren, kleinen Mehrfamilienhaeuser und Einfamilienhaeuser ist nur der Bedarfsausweis zulaessig. Das gilt seit 2025.

Für alle anderen Wohngebaeude besteht Wahlfreiheit. Die meisten Eigentümer entscheiden sich dann aus Kostengruenden für den Verbrauchsausweis.

Kosten im Vergleich

Der Preisunterschied ist erheblich.

Ein Verbrauchsausweis für ein Einfamilienhaus kostet zwischen 50 und 100 Euro. Online-Anbieter sind besonders guenstig.

Der Bedarfsausweis kostet mit Vor-Ort-Begehung 300 bis 500 Euro. Die aufwaendige Datenerhebung und Berechnung schlaegt sich im Preis nieder.

Billigangebote für Verbrauchsausweise sind mit Vorsicht zu genießen. Ohne Qualitaetskontrolle schleichen sich Fehler ein, die später Probleme machen.

So wird der Verbrauchsausweis erstellt

Die Erstellung ist vergleichsweise einfach.

Grundlage sind die Verbrauchsdaten der letzten drei Jahre. Diese stammen aus Heizkostenabrechnungen, Gasrechnungen oder Oellieferungen.

Ein Aussteller - das kann ein Schornsteinfeger, Energieberater oder Online-Dienst sein - wertet die Daten aus. Ein Klimafaktor korrigiert besonders warme oder kalte Jahre.

Der Aussteller berechnet den Kennwert und ordnet das Gebäude einer Effizienzklasse zu. Der fertige Ausweis wird registriert und ist zehn Jahre gueltig.

Eine Vor-Ort-Begehung ist beim Verbrauchsausweis nicht erforderlich. Das erklärt den niedrigen Preis.

Aussagekraft und Grenzen

Der Verbrauchsausweis hat systembedingte Schwaechen.

Wenn die Vorbesitzer wenig geheizt haben - etwa weil sie aeltere Leute waren, die frieren - sieht der Kennwert gut aus. Das nächste Bewohnerpaar erlebt dann eine boese Überraschung.

Umgekehrt kann ein schlecht gedaemmtes Haus gute Werte haben, wenn es selten bewohnt wurde oder die Heizung defekt war.

Der Verbrauchsausweis sagt also wenig über das Gebäude selbst, aber viel über das frühere Nutzerverhalten.

Für eine Kaufentscheidung ist der Bedarfsausweis deshalb aussagekräftiger. Er zeigt objektiv, was das Gebäude unter normalen Bedingungen verbraucht.

Pflichten bei Verkauf und Vermietung

Bei jedem Verkauf oder jeder Neuvermietung muss ein gueltiger Energieausweis vorliegen. Das schreibt das Gebäude-Energiegesetz vor.

Der Eigentümer muss den Ausweis bei der Besichtigung vorzeigen und spätestens bei Vertragsschluss übergeben. Eine Kopie reicht aus.

Auch in Immobilienanzeigen müssen die Kennwerte genannt werden. Effizienzklasse, Energiekennwert, Heizungsart und Baujahr gehören in jedes Inserat.

Verstoesse können teuer werden. Bußgelder bis zu 10.000 Euro drohen bei fehlenden oder falschen Angaben.

Gueltigkeit und Erneuerung

Ein Energieausweis gilt zehn Jahre. Danach muss ein neuer ausgestellt werden.

Bei wesentlichen Änderungen am Gebäude - etwa einer neuen Heizung oder Fassadendaemmung - sollte der Ausweis vorzeitig erneuert werden. Pflicht ist das aber nur bei Verkauf oder Vermietung.

Für die Erneuerung gelten die gleichen Regeln wie für die Erstausstellung. Alte Verbrauchsdaten werden durch aktuelle ersetzt.

Effizienzklassen verstehen

Die Skala reicht von A-Plus bis H. Je weiter vorne im Alphabet, desto besser.

Klasse A-Plus steht für weniger als 30 Kilowattstunden pro Quadratmeter. Das schaffen nur sehr gut gedaemmte Neubauten oder Passivhaeuser.

Klasse D mit 100 bis 130 Kilowattstunden entspricht etwa dem durchschnittlichen Altbau nach einer Sanierung.

Klasse H mit über 250 Kilowattstunden kennzeichnet unsanierte Altbauten mit veralteter Heizung. Hier besteht dringender Handlungsbedarf.

Zum Vergleich: Der gesetzliche Neubaustandard liegt bei etwa 50 Kilowattstunden, also Klasse B.

Tipps für Eigentümer

Wenn Sie einen Verbrauchsausweis benötigen, sammeln Sie zunächst alle Verbrauchsdaten der letzten drei Jahre.

Bei Mehrfamilienhaeusern mit Zentralheizung sind die Daten leicht zu beschaffen. Bei Etagenheizungen oder Einzeloefen wird es komplizierter.

Beauftragen Sie einen serioesen Aussteller. Online-Dienste sind guenstig, aber prüfen Sie die Qualifikation. Energieberater und Schornsteinfeger sind in der Regel zuverlaessig.

Bewahren Sie den Ausweis sorgfaeltig auf. Bei Verkauf oder Vermietung brauchen Sie ihn sofort.

Fazit: Einfach, aber begrenzt

Der Verbrauchsausweis ist die praktische Lösung für alle, die schnell und guenstig einen Energieausweis brauchen.

Seine Aussagekraft ist begrenzt, weil er vom Nutzerverhalten abhaengt. Für eine fundierte Kaufentscheidung ist der Bedarfsausweis besser geeignet.

Für die Vermietung reicht der Verbrauchsausweis in den meisten Fällen. Er erfuellt die gesetzliche Pflicht und kostet wenig.

Wer sein Gebäude sanieren will, sollte allerdings den Bedarfsausweis wählen. Nur der zeigt die baulichen Schwachstellen.

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