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Schallimmissionsschutz - Lärmschutz bei Immobilien verstehen

Schallimmissionsschutz nach DIN 4109: Erfahren Sie alles zu Mindestanforderungen, Schallschutzklassen und rechtlichen Vorgaben für Wohngebaeude.

Schallimmissionsschutz - Lärmschutz bei Immobilien verstehen

Lärm macht krank. Das ist wissenschaftlich belegt. Deshalb gibt es für Gebäude Vorschriften, wie viel Schall von draußen eindringen darf und wie gut Raeume voneinander getrennt sein müssen.

Was Schallimmissionsschutz bedeutet

Der Begriff klingt technisch und ist es auch. Immission bezeichnet das Einwirken von Schall auf einen Ort. Schutz meint die Abwehr dieser Einwirkung.

Beim Gebäudeschallschutz unterscheiden wir zwei Bereiche: den Schutz gegen Außenlärm und den Schutz zwischen Räumen innerhalb eines Gebäudes.

Außenlärm kommt von Straßen, Bahnstrecken, Flughaefen oder Gewerbe. Innerer Schall entsteht durch Nachbarn, Trittgeraeusche, Wasserinstallationen oder Aufzuege.

Beide Bereiche sind durch Normen und Gesetze geregelt. Die wichtigste ist die DIN 4109.

Die DIN 4109 im Überblick

Diese Norm trägt den Titel Schallschutz im Hochbau. Sie legt Mindestanforderungen fest, die in Deutschland baurechtlich verbindlich sind.

Die DIN 4109 wurde zuletzt 2018 überarbeitet. Sie definiert, welche Schalldaemmwerte Bauteile erreichen müssen, um den Gesundheitsschutz der Bewohner zu gewährleisten.

Wichtig zu verstehen: Es handelt sich um Mindestanforderungen. Sie sichern einen Basisschutz, garantieren aber keinen Komfort. Wer in Ruhe leben will, sollte mehr verlangen.

Kennwerte und was sie bedeuten

Der Schallschutz wird in Dezibel gemessen. Je höher der Wert, desto besser die Dämmung.

Das bauakustische Schalldaemm-Mass R'w gibt an, wie gut ein Bauteil Luftschall abhaelt. Eine Trennwand zwischen Wohnungen muss nach DIN 4109 mindestens 53 dB erreichen.

Der Trittschallpegel L'n,w beschreibt, wie viel Trittschall durch eine Decke dringt. Bei Wohnungstrenndecken sind höchstens 50 dB erlaubt - je niedriger, desto besser.

Diese Werte beziehen sich auf das eingebaute Bauteil inklusive Flankenübertragung. Im Labor gemessene Werte liegen oft höher, weil dort keine Nebenwege existieren.

Schallschutzklassen nach DIN 4109

Neben den Mindestanforderungen definiert die Norm höhereAusbaustufen. Diese sind freiwillig, aber empfehlenswert.

Die Stufe Basis entspricht dem gesetzlichen Minimum. Bei Wohnungstrennwaenden sind das 53 dB.

Basis-Plus verlangt 56 dB. Das sind nur drei Dezibel mehr, fuehlt sich aber deutlich besser an. Denn Dezibel sind logarithmisch - drei dB bedeuten eine Halbierung der hörbaren Schallenergie.

Die Komfortstufe erreicht 59 dB. Hier sind normale Gespräche im Nachbarraum praktisch nicht mehr zu hören.

Die 2020 eingeführte DIN 4109-5 definiert zusätzlich einen erhöhten Schallschutz. Diese Werte liegen mindestens 3 dB über den Mindestanforderungen.

Anforderungen an Außenbauteile

Wie gut Fenster und Wände gegen Straßenlärm schützen müssen, hängt vom Standort ab.

In ruhiger Wohnlage reichen Standardfenster. An einer vielbefahrenen Straße sind Schallschutzfenster mit höherer Dämmung erforderlich.

Der maßgebliche Außenlärmpegel wird berechnet oder gemessen. Daraus ergibt sich die Anforderung an die Fassade. Die Baubehörde verlangt bei Genehmigungsverfahren einen entsprechenden Nachweis.

Schlafzimmer gelten als besonders schützenswert. Hier sind die Anforderungen strenger als bei Wohnzimmern oder Küchen.

Schallschutz im Altbau

Altbauten wurden nach früheren Normen gebaut - oder ganz ohne Normen. Der Schallschutz ist entsprechend mangelhaft.

Hellhörigkeit in Gründerzeitbauten ist legendaer. Die leichten Holzbalkendecken lassen jeden Schritt hören. Moderne Standards zu erreichen ist aufwaendig und teuer.

Bei Modernisierungen muss nicht zwingend der Neubaustandard her. Aber jede wesentliche Änderung sollte den Schallschutz verbessern.

Trittschalldaemmung unter neuem Bodenbelag ist relativ einfach. Schwimmender Estrich auf vorhandenen Decken bringt ebenfalls Verbesserung.

Rechtliche Bedeutung

Der Schallschutz ist mehr als eine technische Frage. Er hat juristische Konsequenzen.

Bei Neubauten muss der Bauherr die DIN 4109 einhalten. Sonst drohen Bußgelder und Nutzungsuntersagung.

Bei Immobilienkaeufen gilt: Ein üblicher Qualitaetsstandard schuldet auch ausreichenden Schallschutz. Der Bundesgerichtshof hat klargestellt, dass die DIN-Mindestanforderungen dafür oft nicht reichen.

Wer ein Haus oder eine Wohnung verkauft und verschweigt, dass der Schallschutz mangelhaft ist, riskiert Sachmängelansprüche.

Schallschutz messen und prüfen

Die Werte aus der Planung stimmen nicht immer mit der Realitaet überein. Ausführungsfehler oder falsche Materialien führen zu Abweichungen.

Eine bauakustische Messung prüft das eingebaute Bauteil. Ein Messgerät erzeugt auf einer Seite definierten Lärm, auf der anderen wird gemessen, wie viel ankommt.

Solche Messungen kosten einige hundert Euro. Bei Streitigkeiten oder Verdacht auf Mängel sind sie ihr Geld wert.

Sachverständige für Schallschutz gibt es bei der Handwerkskammer und der Ingenieurkammer. Achten Sie auf nachgewiesene Qualifikation.

Schallschutz verbessern

Wer unter Lärm leidet, kann oft nachbessern. Die Möglichkeiten haengen vom Problem ab.

Gegen Straßenlärm helfen Schallschutzfenster. Die Verglasung ist dicker und asymmetrisch aufgebaut. Der Rahmen schliesst dichter. Drei Klassen stehen zur Wahl - je höher, desto besser.

Trittschall lässt sich durch Teppich oder Kork reduzieren. Bei stärkeren Problemen hilft eine zusätzliche Dämmschicht unter dem Bodenbelag.

Luftschall zwischen Räumen erfordert massivere Maßnahmen. Eine Vorsatzschale aus Gipskarton mit Dämmung bringt Verbesserung, kostet aber Raumflaeche.

Schallschutz bei Neubauten planen

Wer neu baut, sollte den Schallschutz von Anfang an berücksichtigen.

Die Grundrissplanung ist entscheidend. Schlafzimmer nicht neben Aufzuege oder Treppenhauser legen. Baeder nicht über Schlafzimmern anordnen.

Die Materialwahl beeinflusst das Ergebnis. Massive Wände dämmen besser als Leichtbauwaende. Estrich auf Trittschalldaemmung ist Standard.

Ein Bauakustiker kann schon in der Planungsphase beraten. Die Kosten sind überschaubar, der Nutzen erheblich.

Fazit: Ruhe hat ihren Preis

Guter Schallschutz kostet mehr als das Minimum. Aber er steigert die Lebensqualitaet erheblich.

Wer in einer hellhörigen Wohnung lebt, weiss, wie belastend Lärm sein kann. Dauerhafte Beschallung durch Nachbarn oder Verkehr macht muede, gereizt und letztlich krank.

Die Investition in besseren Schallschutz rechnet sich - nicht nur finanziell, sondern vor allem in Lebensqualitaet. Ob beim Bauen, Kaufen oder Sanieren: Verlangen Sie mehr als das gesetzliche Minimum.

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