Bauspartarif: Den richtigen Tarif für Ihre Ziele wählen
Bausparkassen bieten verschiedene Tarife mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Erfahren Sie, welcher Tarif zu Ihren Zielen passt.
Bauspartarif: Welcher passt zu Ihnen?
Nicht jeder Bausparvertrag ist gleich. Die Bausparkassen bieten verschiedene Tarife an - mit unterschiedlichen Zinsen, Zuteilungszeiten und Tilgungsmodalitäten. Die richtige Wahl kann mehrere tausend Euro ausmachen.
Was ist ein Bauspartarif?
Der Bauspartarif legt die Spielregeln für Ihren Bausparvertrag fest:
Guthabenzins in der Ansparphase
Darlehenszins nach Zuteilung
Mindestguthaben für die Zuteilung
Höhe des Regelsparbeitrags
Tilgungsbeitrag für das Darlehen
Abschlussgebühren (Kontoführungsgebühren sind nach BGH-Rechtsprechung unzulässig)
Jede Bausparkasse hat mehrere Tarife im Angebot. Die Unterschiede sind erheblich.
Die wichtigsten Tariftypen
Standardtarife
Der Klassiker mit ausgewogenen Konditionen. Weder besonders schnell noch besonders günstig, aber solide.
Typische Merkmale:
Guthabenzins: 0,1% bis 0,5%
Darlehenszins: 1,5% bis 3%
Mindestguthaben: 40% bis 50%
Ansparzeit bis Zuteilung: 7-10 Jahre
Für wen: Wer flexibel bleiben will und keinen extremen Schwerpunkt braucht.
Schnellspartarife
Für alle, die zügig zur Zuteilung kommen wollen. Höhere Einzahlungen, schnellere Zuteilung.
Typische Merkmale:
Höherer Regelsparbeitrag (5-7 Promille)
Schnellere Zuteilung (4-6 Jahre möglich)
Höhere Tilgungsraten beim Darlehen
Guthabenzins oft niedriger
Für wen: Wer das Darlehen bald braucht und höhere Raten stemmen kann.
Niedrigzinstarife
Der Fokus liegt auf einem möglichst günstigen Darlehenszins. Dafür Abstriche bei der Guthabenverzinsung.
Typische Merkmale:
Sehr niedriger Darlehenszins (unter 2%)
Minimaler Guthabenzins (0,01% bis 0,1%)
Längere Ansparzeit
Höheres Mindestguthaben
Für wen: Wer das Darlehen definitiv nutzen will und primär auf den Darlehenszins schaut.
Finanzierungstarife
Speziell für die Kombination mit einer Bankfinanzierung entwickelt. Oft als Baustein für die Anschlussfinanzierung gedacht.
Typische Merkmale:
Optimiert für Vorfinanzierung
Flexible Besparung möglich
Oft mit Sofortdarlehen kombinierbar
Für wen: Wer den Bausparvertrag gezielt als Teil einer größeren Finanzierung einsetzt.
Worauf Sie beim Tarifvergleich achten sollten
Gesamtkosten berechnen
Ein niedriger Darlehenszins allein sagt wenig. Rechnen Sie alle Kosten zusammen:
Abschlussgebühr
Zinsverlust durch niedrige Guthabenverzinsung
Tatsächliche Kosten des Darlehens
Hinweis: Pauschale Kontoführungsgebühren sind nach BGH-Rechtsprechung unzulässig.
Manche Tarife mit höherem Darlehenszins sind unterm Strich günstiger, weil die Ansparphase attraktiver ist.
Zuteilungszeit realistisch einschätzen
Die Bausparkasse nennt eine theoretische Zuteilungszeit. In der Praxis hängt sie von der Bewertungszahl ab - und die von Ihren Einzahlungen und der Situation aller Bausparer.
Fragen Sie nach einer individuellen Prognose für Ihre geplante Sparrate.
Tilgungsbelastung prüfen
Schnelltarife haben oft hohe Tilgungsraten. Bei 6 Promille der Bausparsumme pro Monat zahlen Sie bei 80.000 Euro Bausparsumme 480 Euro monatlich. Das muss ins Budget passen.
Flexibilität berücksichtigen
Können Sie die Sparrate anpassen? Was kostet eine Änderung der Bausparsumme? Gibt es Sonderzahlungen ohne Grenzen?
Manche Tarife sind sehr starr, andere lassen viel Spielraum.
Tarifwechsel - geht das?
Ein Wechsel des Tarifs innerhalb einer Bausparkasse ist oft möglich, aber selten kostenlos. Üblich sind:
Umstellungsgebühr (50-200 Euro)
Neuberechnung der Bewertungszahl
Gegebenenfalls neue Abschlussgebühr auf erhöhte Summen
Ob sich ein Wechsel lohnt, hängt vom Einzelfall ab. Lassen Sie sich beide Varianten durchrechnen.
Tarife verschiedener Bausparkassen vergleichen
Die Tarife sind nicht standardisiert. Was bei Bausparkasse A "Standardtarif" heißt, kann völlig andere Konditionen haben als der "Standardtarif" bei Bausparkasse B.
Ein echter Vergleich erfordert die Berechnung der Gesamtkosten für Ihre konkrete Situation. Online-Vergleichsrechner helfen, aber ersetzen keine individuelle Beratung.
Alte vs. neue Tarife
Wenn Sie einen älteren Bausparvertrag haben, kann der Tarif günstiger sein als aktuelle Angebote - besonders bei der Guthabenverzinsung.
Altverträge mit 2% oder 3% Guthabenzins sind heute Gold wert. Kündigen Sie solche Verträge nicht leichtfertig, auch wenn die Bausparkasse das gerne hätte.
Umgekehrt kann ein Neuabschluss sinnvoller sein als die Erhöhung eines alten Vertrags mit ungünstigen Konditionen.
Fazit
Der richtige Bauspartarif hängt von Ihren Zielen ab. Wer schnell bauen will, braucht einen anderen Tarif als jemand, der in 15 Jahren eine Anschlussfinanzierung absichern möchte.
Vergleichen Sie nicht nur die Zinssätze, sondern rechnen Sie die Gesamtkosten durch. Und lassen Sie sich nicht von Marketingbegriffen blenden - "Vorteilstarif" oder "Topzins" sagen wenig über die tatsächlichen Konditionen.
✓ Vielen Dank für Ihr Feedback!