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Auszahlungskurs: Was Sie tatsächlich von Ihrem Darlehen bekommen

Der Auszahlungskurs bestimmt, wie viel von Ihrem Darlehen tatsächlich auf dem Konto landet. Erfahren Sie, was dahinter steckt.

Auszahlungskurs: Was Sie tatsächlich von Ihrem Darlehen bekommen

Im Kreditvertrag steht 200.000 Euro - aber auf dem Konto landen nur 196.000 Euro? Das liegt am Auszahlungskurs. Ein Begriff, der bei der Baufinanzierung immer wieder auftaucht und für Verwirrung sorgt.

Was bedeutet Auszahlungskurs?

Der Auszahlungskurs gibt an, welchen Prozentsatz der Darlehenssumme Sie tatsächlich ausgezahlt bekommen. Bei einem Auszahlungskurs von 100% erhalten Sie den vollen Betrag. Bei 98% fehlen zwei Prozent.

Anders ausgedrückt: Der Auszahlungskurs ist das Gegenstück zum Disagio. Ein Auszahlungskurs von 96% bedeutet ein Disagio von 4%.

Wie wirkt sich das praktisch aus?

Angenommen, Sie nehmen ein Darlehen über 250.000 Euro auf. Der Auszahlungskurs beträgt 97%.

Was auf Ihrem Konto ankommt: 242.500 Euro Was Sie zurückzahlen müssen: 250.000 Euro plus Zinsen

Die Differenz von 7.500 Euro ist quasi eine Zinsvorauszahlung. Sie haben sofort weniger Geld zur Verfügung, profitieren dafür aber (meistens) von einem niedrigeren Nominalzins.

Warum gibt es unterschiedliche Auszahlungskurse?

Die Banken nutzen den Auszahlungskurs als Stellschraube bei der Preisgestaltung. Ein niedrigerer Auszahlungskurs ermöglicht einen niedrigeren Nominalzins - der Kredit sieht auf dem Papier günstiger aus.

Das hat historische Gründe. Früher war es üblich, über den Auszahlungskurs die Kreditkonditionen zu variieren. Heute ist das seltener geworden, aber bei manchen Anbietern finden Sie noch Varianten.

Der Effektivzins macht es vergleichbar

Das Problem mit unterschiedlichen Auszahlungskursen: Zwei Angebote lassen sich kaum vergleichen, wenn eines 100% auszahlt und das andere nur 96%.

Deshalb gibt es den Effektivzins. Er berücksichtigt alle Kosten - auch ein Disagio - und macht Kredite vergleichbar. Egal wie der Auszahlungskurs aussieht, der Effektivzins zeigt die wahren Kosten.

Ein Beispiel:

  • Angebot A: 3,5% Nominalzins, 100% Auszahlung, Effektivzins 3,58%

  • Angebot B: 3,2% Nominalzins, 96% Auszahlung, Effektivzins 3,71%

Trotz des niedrigeren Nominalzinses ist Angebot B teurer. Das sehen Sie nur am Effektivzins.

Wann macht ein niedriger Auszahlungskurs Sinn?

Bei vermieteten Immobilien kann ein Disagio (also ein Auszahlungskurs unter 100%) steuerlich interessant sein. Die Differenz lässt sich als Werbungskosten absetzen.

Für Eigennutzer bringt das dagegen keinen Vorteil. Sie zahlen einfach nur mehr, ohne steuerliche Gegenleistung.

Auszahlungskurs bei Bauspardarlehen

Bei Bausparverträgen ist ein Auszahlungskurs unter 100% noch relativ häufig. Manche Bausparkassen zahlen nur 97% oder 98% aus und kompensieren das mit niedrigeren Darlehenszinsen.

Prüfen Sie hier besonders genau den Effektivzins. Der berücksichtigt auch Abschlussgebühren und andere Kosten, die beim Bausparen anfallen.

Was Sie bei der Kreditaufnahme beachten sollten

Erstens: Schauen Sie auf den Auszahlungskurs im Angebot. Steht dort weniger als 100%, rechnen Sie nach, was das in Euro bedeutet.

Zweitens: Vergleichen Sie immer anhand des Effektivzinses. Nur der macht Angebote wirklich vergleichbar.

Drittens: Planen Sie Ihren Finanzierungsbedarf richtig. Wenn Sie 250.000 Euro brauchen und nur 97% ausgezahlt werden, müssen Sie einen höheren Kredit aufnehmen - etwa 257.732 Euro, um auf 250.000 Euro zu kommen.

Fazit

Der Auszahlungskurs ist eine Variable, die Sie kennen sollten - auch wenn sie heute weniger verbreitet ist als früher. Entscheidend ist, dass Sie sich vom scheinbar niedrigeren Nominalzins nicht blenden lassen. Der Effektivzins zeigt die Wahrheit.

Und für Eigennutzer gilt: Ein Auszahlungskurs von 100% ist in den meisten Fällen die bessere Wahl. Weniger Komplikationen, weniger Rechenaufwand, klare Verhältnisse.

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