Bonität: Wie Banken Ihre Kreditwürdigkeit bewerten
Die Bonität entscheidet über Kreditzusage und Zinsen. Erfahren Sie, was Banken prüfen und wie Sie Ihre Kreditwürdigkeit verbessern.
Bonität: Ihre Kreditwürdigkeit verstehen
Die Bonität ist Ihre finanzielle Visitenkarte. Sie entscheidet, ob Sie einen Kredit bekommen - und zu welchen Konditionen. Aber was genau steckt dahinter?
Was bedeutet Bonität?
Bonität ist die Fähigkeit und Bereitschaft, Schulden zurückzuzahlen. Banken prüfen vor jeder Kreditvergabe, wie wahrscheinlich es ist, dass Sie Ihre Raten pünktlich bedienen.
Eine gute Bonität bedeutet: geringes Ausfallrisiko für die Bank. Das führt zu Kreditzusagen und günstigen Zinsen.
Eine schlechte Bonität bedeutet: hohes Risiko. Das führt zu Absagen oder teuren Konditionen.
Was wird bei der Bonitätsprüfung geprüft?
Einkommensverhältnisse
Das Einkommen ist der wichtigste Faktor. Die Bank will sehen:
Höhe des Einkommens (brutto und netto)
Regelmäßigkeit (Festanstellung besser als Befristung)
Sicherheit des Arbeitsplatzes
Zusatzeinkünfte (Mieteinnahmen, Kapitalerträge)
Bei Selbstständigen werden die Einnahmen der letzten 3 Jahre geprüft - ein Jahr reicht nicht.
Ausgaben und Verpflichtungen
Was geht vom Einkommen ab?
Bestehende Kredite
Unterhaltszahlungen
Leasingverträge
Versicherungen
Lebenshaltungskosten
Die Bank rechnet: Einkommen minus Ausgaben = verfügbares Einkommen für die Kreditrate.
Vermögensverhältnisse
Haben Sie Ersparnisse, Immobilien, Wertpapiere? Vermögen ist ein Sicherheitspolster und verbessert die Bonität.
Zahlungsverhalten
Wie haben Sie in der Vergangenheit gezahlt? Die SCHUFA und andere Auskunfteien speichern:
Kredite und deren Rückzahlung
Konten und Kreditkarten
Mahnverfahren und Inkasso
Privatinsolvenz
Negative Einträge sind Gift für die Bonität.
Persönliche Faktoren
Auch das Drumherum spielt eine Rolle:
Alter
Familienstand
Wohnsituation (Eigentum oder Miete)
Beruf und Branche
Diese Faktoren wiegen weniger schwer als die harten Zahlen, können aber den Ausschlag geben.
Der SCHUFA-Score
Die SCHUFA fasst Ihre Kreditwürdigkeit in einem Score zusammen. Er reicht von 0 bis 100 - je höher, desto besser.
Typische Einstufungen:
97,5% und höher: Sehr geringes Risiko
95% bis 97,5%: Geringes Risiko
90% bis 95%: Zufriedenstellendes Risiko
80% bis 90%: Deutlich erhöhtes Risiko
Unter 80%: Hohes Risiko
Für eine Baufinanzierung sollte der Score über 95% liegen. Darunter wird es schwierig.
Wie Sie Ihre Bonität verbessern
Schulden abbauen: Weniger Verpflichtungen bedeuten mehr freies Einkommen für den neuen Kredit.
Pünktlich zahlen: Jede Mahnung schadet dem Score. Richten Sie Daueraufträge ein.
Unnötige Konten schließen: Viele Girokonten und Kreditkarten können negativ wirken.
SCHUFA-Auskunft prüfen: Fehler kommen vor. Holen Sie sich Ihre Selbstauskunft und reklamieren Sie Falsches.
Keine häufigen Kreditanfragen: Jede Anfrage wird gespeichert. Viele Anfragen in kurzer Zeit wirken wie finanzielle Probleme.
Eigenkapital aufbauen: Mehr Eigenkapital bedeutet weniger Kreditbedarf - und bessere Konditionen.
Bonität bei Selbstständigen
Selbstständige haben es schwerer. Banken wollen sehen:
Mindestens 3 Jahre Selbstständigkeit
Stabile oder steigende Einnahmen
Positives Eigenkapital im Betrieb
Keine Steuerrückstände
Tipp: Spezialisierte Vermittler kennen Banken, die mit Selbstständigen arbeiten können.
Was bei schlechter Bonität hilft
Wenn die Bonität nicht optimal ist:
Bürgschaft: Ein Bürge mit guter Bonität kann das Risiko abfedern.
Zusatzsicherheiten: Eine weitere Immobilie oder ein verpfändetes Depot verbessern die Position.
Höheres Eigenkapital: Weniger Kreditbedarf bedeutet weniger Risiko für die Bank.
Zweiter Kreditnehmer: Ein Partner mit gutem Einkommen stärkt den Antrag.
Spezialisierte Anbieter: Manche Banken haben höhere Risikotoleranz als andere.
Fazit
Die Bonität ist der Schlüssel zur Baufinanzierung. Eine gute Bonität bedeutet günstigere Zinsen und leichtere Kreditzusagen.
Arbeiten Sie an Ihrer Bonität, bevor Sie einen Kredit beantragen. Schulden abbauen, pünktlich zahlen, SCHUFA prüfen - das sind die Stellschrauben. Je besser Ihre Ausgangslage, desto besser Ihre Verhandlungsposition.
✓ Vielen Dank für Ihr Feedback!