Damnum: Das Abgeld bei der Baufinanzierung
Damnum ist ein anderes Wort für Disagio - den Abschlag auf die Darlehenssumme. Erfahren Sie, wann das sinnvoll sein kann.
Damnum: Was hinter dem Begriff steckt
Damnum ist der lateinische Begriff für Disagio oder Abgeld. Bei der Baufinanzierung bedeutet das: Sie bekommen weniger Geld ausgezahlt, als Sie zurückzahlen müssen.
Was ist ein Damnum?
Bei einem Darlehen mit Damnum ist der Auszahlungsbetrag niedriger als die Darlehenssumme. Die Differenz ist das Damnum.
Beispiel: Darlehenssumme 200.000 Euro, Damnum 4%
Auszahlungsbetrag: 192.000 Euro
Rückzahlungsbetrag: 200.000 Euro plus Zinsen
Die 8.000 Euro Differenz sind eine Art Zinsvorauszahlung. Dafür ist der laufende Zinssatz niedriger.
Damnum vs. Disagio vs. Abgeld
Diese drei Begriffe bedeuten dasselbe:
Damnum (lateinisch)
Disagio (italienisch)
Abgeld (deutsch)
In der Praxis werden sie austauschbar verwendet. Damnum klingt am traditionellsten, Disagio ist am gebräuchlichsten.
Wann macht ein Damnum Sinn?
Früher war das Damnum ein beliebtes Instrument zur Steueroptimierung bei vermieteten Immobilien. Der Vorteil: Das Damnum konnte sofort als Werbungskosten abgesetzt werden.
Heute ist das weniger attraktiv, weil die Zinsen insgesamt niedriger sind und die steuerlichen Vorteile relativ geringer ausfallen.
Ein Damnum kann noch sinnvoll sein, wenn:
Sie als Vermieter hohe Einkünfte haben
Sie den Steuervorteil sofort realisieren wollen
Die Gesamtkostenrechnung aufgeht
Für Eigennutzer bringt ein Damnum keinen Vorteil - Sie zahlen einfach nur weniger aus und mehr zurück.
Steuerliche Behandlung
Bei vermieteten Immobilien:
Das Damnum kann als Werbungskosten abgesetzt werden
Entweder sofort oder verteilt über die Laufzeit
Die Sofortabsetzung ist oft vorteilhafter bei hohem Einkommen
Bei selbstgenutzten Immobilien:
Keine steuerliche Abzugsfähigkeit
Das Damnum erhöht nur die Kosten
Der Effektivzins zeigt die Wahrheit
Ein Darlehen mit niedrigem Nominalzins und hohem Damnum ist nicht unbedingt günstiger als eines ohne Damnum und höherem Nominalzins.
Der Effektivzins berücksichtigt das Damnum und macht die Angebote vergleichbar. Achten Sie auf diesen Wert, nicht auf den Nominalzins allein.
Damnum in der heutigen Praxis
Das Damnum ist aus der Mode gekommen. Die meisten Baufinanzierungen heute haben einen Auszahlungskurs von 100% - Sie bekommen das, was Sie zurückzahlen müssen.
Gelegentlich taucht das Damnum noch auf bei:
Bauspardarlehen
Speziellen Finanzierungskonstruktionen
Angeboten für Kapitalanleger
Fazit
Das Damnum ist ein Finanzierungsinstrument aus vergangenen Zeiten. Für die meisten Kreditnehmer ist es heute nicht mehr relevant.
Wenn Ihnen ein Angebot mit Damnum unterkommt, rechnen Sie genau nach. Der Effektivzins verrät, ob das Angebot wirklich günstiger ist - oder ob das niedrige Nominalzins nur gut aussieht.
Häufig gestellte Fragen
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Damnum (auch Disagio oder Abgeld) bezeichnet bei einem Darlehen den Unterschied zwischen der vereinbarten Darlehenssumme und dem tatsächlich ausgezahlten, niedrigeren Betrag. Diese Differenz gilt als Zinsvorauszahlung; dafür ist der laufende Nominalzins geringer. Sie erhalten also weniger ausgezahlt, müssen aber die volle Darlehenssumme zuzüglich Zinsen zurückzahlen.
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Damnum und Disagio bedeuten dasselbe; beide bezeichnen das Abgeld bei der Kreditaufnahme. Der Unterschied liegt nur in der Herkunft der Begriffe (lateinisch vs. italienisch) und der gebräuchlichen Wortwahl, in der Praxis werden sie austauschbar verwendet. Damnum wirkt traditioneller, Disagio ist heute geläufiger.
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Das Damnum ist eine Art Zinsvorauszahlung und führt dazu, dass der laufende Nominalzins des Darlehens niedriger ausfällt. Ob das Darlehen dadurch insgesamt günstiger ist, zeigt erst der Effektivzins, der das Damnum mitberücksichtigt. Ein scheinbar niedriger Nominalzins mit hohem Damnum kann effektiv teurer sein als ein Kredit ohne Damnum.
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Bei vermieteten Immobilien kann das Damnum als Werbungskosten abgezogen werden, entweder sofort in voller Höhe oder verteilt über die Laufzeit; insbesondere bei hohem Einkommen ist die Sofortabsetzung oft vorteilhaft. Bei selbstgenutzten Immobilien ist ein steuerlicher Abzug nicht möglich, das Damnum erhöht lediglich die Finanzierungskosten. Damit hängt die steuerliche Vorteilhaftigkeit maßgeblich von der Nutzung der Immobilie ab.
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