Festzins: Warum der fixe Zinssatz so beliebt ist
Der Festzins garantiert gleichbleibende Raten über die Zinsbindung. Erfahren Sie warum er für die meisten Käufer die beste Wahl ist.
Festzins: Warum der fixe Zinssatz so beliebt ist
Ein Kunde sagte mir mal: Ich will abends ins Bett gehen und wissen was ich morgen zahlen muss. Das bringt es auf den Punkt. Der Festzins gibt genau diese Sicherheit.
Was bedeutet Festzins?
Beim Festzins wird der Zinssatz bei Vertragsabschluss fixiert. Das nennt sich rechtlich "gebundener Sollzins". Er ändert sich nicht - egal was am Markt passiert.
Das unterscheidet ihn vom variablen Zins der regelmässig angepasst wird. Beim Festzins bleibt alles beim Alten. 3,5% im Jahr 2025 sind auch 3,5% im Jahr 2035.
Die Vorteile liegen auf der Hand
Planbarkeit: Ihre monatliche Rate steht fest. Sie können Ihr Budget langfristig planen ohne böse Überraschungen.
Schutz vor steigenden Zinsen: Wenn die EZB die Leitzinsen hochschraubt sind Sie geschützt. Ihr Vertrag gilt trotzdem.
Psychische Ruhe: Viele Menschen schlafen besser wenn sie wissen was auf sie zukommt. Der Festzins nimmt Unsicherheit raus.
Die Nachteile sollten Sie kennen
Keine Chance auf Zinsgewinne: Wenn die Zinsen fallen profitieren Sie nicht. Sie zahlen weiter den alten höheren Satz.
Unflexibel: Vorzeitige Ablösung während der Zinsbindung ist nur bei berechtigtem Interesse möglich (§490 Abs. 2 BGB). Die Vorfälligkeitsentschädigung kann schmerzhaft sein. Allerdings: Der Anspruch entfällt wenn die Bank unzureichende Vertragsangaben zur Berechnung gemacht hat (§502 Abs. 2 Nr. 2 BGB, BGH-Urteil vom 03.12.2024). Viele Verträge erlauben zudem vertraglich vereinbarte Sondertilgungen die die Unflexibilität deutlich relativieren.
Eventuell teurer: Variable Zinsen waren in manchen Phasen günstiger als Festzinsen. Das kann sich aber schnell ändern - wie 2022 gezeigt hat.
Festzins vs. variabler Zins in Zahlen
Nehmen wir 200.000 Euro Kredit:
Bei 3,5% Festzins und 2% Tilgung zahlen Sie anfänglich rund 917 Euro im Monat (200.000 × 5,5% / 12). Diese Rate bleibt über die gesamte Laufzeit konstant.
Bei einem variablen Zins der von 2% auf 5% steigt zahlen Sie erst 667 Euro dann irgendwann 1.167 Euro. Das sind 500 Euro Unterschied.
Können Sie das verkraften? Wenn nicht ist der Festzins die bessere Wahl.
Wie lang sollte der Festzins sein?
Das hängt von der Zinssituation ab.
Bei niedrigen Zinsen: Lang binden. Wenn Sie 2% kriegen können sollten Sie das 15 oder 20 Jahre festschreiben.
Bei hohen Zinsen: Kürzer binden wenn Sie glauben dass die Zinsen fallen. Aber das ist Spekulation.
Im Moment bei Zinsen um die 3,5% würde ich 10 bis 15 Jahre empfehlen. Das ist ein Kompromiss aus Sicherheit und Flexibilität.
Das Sonderkündigungsrecht nach 10 Jahren
Egal wie lang Ihre Zinsbindung ist: Nach 10 Jahren können Sie mit 6 Monaten Frist kündigen. Ohne Strafe.
Wichtig: Die 10-Jahres-Frist beginnt am Tag nach vollständiger Auszahlung (Vollauszahlung) des Darlehens. Bei späterer Neuvereinbarung von Zins oder Rückzahlungszeit beginnt die Frist ab diesem Zeitpunkt.
Das heisst: Eine 15-jährige Zinsbindung bindet Sie effektiv nur 10 Jahre. Danach können Sie umschulden wenn die Zinsen gefallen sind.
Dieses Recht steht in §489 Abs. 1 Nr. 2 BGB und kann vertraglich nicht ausgeschlossen werden.
Wann macht ein variabler Zins Sinn?
Nur in Ausnahmefällen:
Kurze Finanzierung: Wenn Sie in 2 Jahren sowieso verkaufen kann ein variabler Zins günstiger sein. Zudem haben Sie bei veränderlichem Zinssatz das Recht jederzeit mit 3-Monats-Frist zu kündigen (§489 Abs. 2 BGB).
Spekulation: Wenn Sie fest daran glauben dass die Zinsen fallen. Aber das ist ein Risiko.
Sehr viel Eigenkapital: Wenn Sie 80% Eigenkapital haben und nur eine kleine Summe finanzieren ist das Risiko überschaubar.
Für die normale Baufinanzierung über 20 oder 30 Jahre empfehle ich den Festzins. Das Risiko steigender Raten ist einfach zu groß.
Mein Rat
Nehmen Sie den Festzins. Die meisten Menschen unterschätzen wie unangenehm steigende Raten sind. Nicht nur finanziell sondern auch psychisch.
Die Sicherheit ist den eventuell höheren Preis wert. Und mit dem 10-Jahres-Kündigungsrecht haben Sie einen Notausgang wenn die Zinsen doch fallen.
✓ Vielen Dank für Ihr Feedback!