Nominalzins: Der Zinssatz ohne Nebenkosten
Der Nominalzins ist der reine Kreditzins ohne Nebenkosten. Erfahren Sie warum er zum Vergleich nicht taugt.
Nominalzins: Der Zinssatz ohne Nebenkosten
Wenn Banken mit 3,2% Zinsen werben meinen sie den Nominalzins. Das klingt gut. Ist aber nur die halbe Wahrheit. Denn der Nominalzins sagt nicht was Sie wirklich zahlen.
Was ist der Nominalzins?
Der Nominalzins - auch Sollzins genannt - ist der reine Zinssatz auf Ihre Kreditsumme. Ohne Gebühren, ohne Nebenkosten, ohne alles andere.
Bei 200.000 Euro Kredit und 3% Nominalzins zahlen Sie 6.000 Euro Zinsen pro Jahr. So die Theorie.
In der Praxis kommen aber noch andere Kosten dazu. Und die stecken nicht im Nominalzins.
Nominalzins vs. Effektivzins
Der Effektivzins enthält alle Kosten die mit dem Kredit zusammenhängen:
Den Nominalzins
Bearbeitungsgebühren
Disagio falls vorhanden
Tilgungsverrechnungszeitpunkte
Deshalb ist der Effektivzins immer höher als der Nominalzins. Und deshalb ist nur der Effektivzins zum Vergleich geeignet.
Ein Beispiel: Bank A bietet 3,0% Nominalzins mit 0,5% Bearbeitungsgebühr. Bank B bietet 3,3% Nominalzins ohne Gebühr.
Auf den ersten Blick wirkt Bank A günstiger. Aber der Effektivzins kann bei beiden gleich sein. Oder Bank B ist sogar günstiger.
Warum werben Banken mit dem Nominalzins?
Weil er niedriger aussieht. Marketing halt.
Früher war das ein echtes Problem. Manche Banken hatten niedrige Nominalzinsen aber hohe versteckte Kosten.
Heute muss der Effektivzins laut Gesetz angegeben werden. Aber viele Verbraucher schauen trotzdem nur auf den Nominalzins.
Wann ist der Nominalzins relevant?
Für die Berechnung Ihrer monatlichen Zinszahlung. Die Bank nimmt den Nominalzins mal Ihre Restschuld geteilt durch 12.
Bei 200.000 Euro Restschuld und 3,5% Nominalzins: 200.000 x 3,5% / 12 = 583 Euro Zinsen im Monat
Für den Vergleich von Angeboten ist er aber nicht geeignet.
Der Unterschied kann erheblich sein
Angenommen zwei Angebote:
Angebot A: 3,0% Nominalzins, 1% Disagio Angebot B: 3,3% Nominalzins, kein Disagio
Bei 300.000 Euro Kredit:
Angebot A sieht günstiger aus. Aber 1% Disagio sind 3.000 Euro die sofort weg sind.
Der Effektivzins von Angebot A liegt bei etwa 3,4%. Angebot B hat 3,3%.
Angebot B ist also günstiger - obwohl der Nominalzins höher ist.
Mein Rat
Ignorieren Sie den Nominalzins beim Vergleich. Schauen Sie nur auf den Effektivzins.
Der Nominalzins ist interessant für die Steuer (bei vermieteten Objekten) und für die Berechnung der Rate. Zum Vergleichen taugt er nicht.
Wenn eine Bank nur mit dem Nominalzins wirbt und den Effektivzins versteckt: Finger weg.
Häufig gestellte Fragen
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Der Nominalzins, auch Sollzins, ist der reine Zinssatz auf die Kreditsumme, ohne Gebühren und Nebenkosten. Er gibt an, wie viele Zinsen rein rechnerisch auf die Darlehenssumme anfallen, zum Beispiel 6.000 Euro pro Jahr bei 200.000 Euro und 3 %. Zusätzliche Kosten sind darin nicht enthalten.
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Der Nominalzins umfasst nur den reinen Zinssatz, während der Effektivzins alle mit dem Kredit verbundenen Kosten einbezieht, etwa Bearbeitungsgebühren, Disagio und Tilgungsverrechnungszeitpunkte. Dadurch liegt der Effektivzins stets über dem Nominalzins. Nur der Effektivzins eignet sich daher für den Angebotsvergleich.
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Weil im Effektivzins neben dem Nominalzins weitere Kosten wie Gebühren, Disagio und zeitliche Faktoren der Tilgungsverrechnung berücksichtigt werden. Diese Zusatzkosten erhöhen die reale Jahresbelastung und machen den Effektivzins höher. Der Nominalzins blendet diese Posten aus und wirkt deshalb niedriger.
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Für den Vergleich von Kreditangeboten zählt der Effektivzins. Er bildet sämtliche Kosten ab und kann zeigen, dass ein Angebot mit höherem Nominalzins insgesamt günstiger ist als eines mit niedrigerem Nominalzins. Der Nominalzins sollte beim Vergleichen ignoriert werden.
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