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Variables Darlehen: Der flexible Kredit mit Risiko

Das variable Darlehen bietet Flexibilität ohne feste Zinsbindung. Erfahren Sie wann es passt und wann nicht.

Variables Darlehen: Der flexible Kredit mit Risiko

Das variable Darlehen ist das Gegenstück zum Festzinsdarlehen. Kein fester Zins, keine feste Bindung - alles in Bewegung. Für manche ist das perfekt. Für die meisten nicht.

Was ist ein variables Darlehen?

Bei einem variablen Darlehen wird der Zinssatz regelmäßig angepasst. Typischerweise alle 3 oder 6 Monate, orientiert am EURIBOR.

Es gibt keine Zinsbindung. Der Zins folgt dem Marktzins und wird zu den vertraglich vereinbarten Anpassungsterminen (typisch alle 3 oder 6 Monate) neu berechnet.

Dafür können Sie gemäß § 489 Abs. 2 BGB jederzeit mit einer Frist von drei Monaten kündigen, ohne Vorfälligkeitsentschädigung.

So funktioniert es

Ihre Bank vereinbart mit Ihnen eine Marge - zum Beispiel 1,5%. Die bleibt fix.

Dazu kommt der aktuelle EURIBOR. Der wird alle 3 oder 6 Monate neu festgelegt.

Ihr Zinssatz = EURIBOR + Marge

Bei 2% EURIBOR und 1,5% Marge zahlen Sie 3,5%. Bei 3% EURIBOR und 1,5% Marge zahlen Sie 4,5%.

Vorteile des variablen Darlehens

Flexibilität: Jederzeit kündbar mit 3 Monaten Frist (§ 489 Abs. 2 BGB). Die Zinsen laufen während der Kündigungsfrist weiter.

Keine Vorfälligkeitsentschädigung: Bei Kündigung mit dreimonatiger Frist fällt keine Vorfälligkeitsentschädigung an.

Potentiell günstiger: Wenn die Zinsen fallen, profitieren Sie direkt bei der nächsten Zinsanpassung.

Niedriger Start: Variable Zinsen sind häufig niedriger als lange Zinsbindungen, allerdings ohne Planungssicherheit und abhängig vom Zinsumfeld.

Nachteile

Keine Planungssicherheit: Die Rate kann sich alle 3 Monate ändern.

Zinsrisiko: Steigende Zinsen bedeuten steigende Raten.

Stressig: Die Unsicherheit belastet viele Menschen.

Für wen ist das variable Darlehen geeignet?

Zwischenfinanzierung: Sie brauchen Geld bis der Verkauf Ihrer alten Immobilie durch ist. Das dauert vielleicht 6-12 Monate. Perfekt für ein variables Darlehen.

Kurze Haltedauer: Sie kaufen eine Wohnung und planen den Verkauf in 2-3 Jahren. Das variable Darlehen hält Sie flexibel.

Risikofreudige mit Puffer: Sie haben hohe Reserven und können auch 500 Euro mehr Rate verkraften? Dann kann sich das Risiko lohnen.

Für wen ist es ungeeignet?

Klassische Eigennutzer: Wer 25 Jahre finanziert und jeden Euro braucht, sollte kein variables Darlehen nehmen.

Familien mit engem Budget: Wenn eine Ratenerhöhung zum Problem wird.

Risikoscheue: Wer nachts wegen der Zinsen nicht schlafen kann.

Kombination mit Festzins

Manche Finanzierungen kombinieren beides: Ein Teil als Festzinsdarlehen für Sicherheit, ein Teil als variables Darlehen für Flexibilität.

Das kann Sinn machen wenn Sie Sondertilgungen planen. Das variable Darlehen tilgen Sie zuerst - ohne Vorfälligkeitsentschädigung.

Zinscap als Absicherung

Bei einem Zinscap vereinbaren Sie eine Obergrenze für den Zinssatz. Selbst wenn der EURIBOR explodiert, zahlen Sie maximal diesen Cap.

Das kostet extra - die Kosten werden meist in den Zinssatz eingepreist oder als Prämie berechnet. Ein Zinscap begrenzt das Risiko erheblich, verteuert jedoch das Darlehen.

Wichtig: Ein Zinscap ist eine vertragliche Option und muss explizit vereinbart werden. Prüfen Sie die Zinsanpassungsklausel auf Transparenz: Referenzzins, Anpassungsrhythmus und eventuell vorhandene Wandlungsrechte müssen klar geregelt sein.

Verbraucherrechte und Informationspflichten

Bei Wohnimmobilienkrediten gelten besondere Informationspflichten nach § 491a BGB und Art. 247 EGBGB:

  • Die Bank muss Ihnen vor Vertragsabschluss ein ESIS-Merkblatt (Europäisches Standardisiertes Merkblatt) aushändigen

  • Die Zinsanpassungsklausel muss transparent sein: Referenzzins, Anpassungstermine und Berechnungsmethode müssen klar benannt werden

  • Die Bank muss die Risiken variabler Verzinsung erläutern

  • Ihre Kreditwürdigkeit muss geprüft werden

Das ordentliche Kündigungsrecht nach § 489 Abs. 2 BGB kann vertraglich nicht ausgeschlossen oder erschwert werden. Es ist ein unverzichtbares Verbraucherrecht.

Mein Rat

Das variable Darlehen ist ein Spezialwerkzeug. Für Zwischenfinanzierungen und kurze Haltedauern kann es perfekt sein.

Für die normale Baufinanzierung über 20-30 Jahre ist es zu riskant. Die Planungsunsicherheit ist zu groß, die möglichen Folgen zu gravierend.

Wenn Sie überlegen ob ein variables Darlehen für Sie passt: Rechnen Sie das Worst-Case-Szenario durch. Können Sie das verkraften? Wenn nicht, nehmen Sie das Festzinsdarlehen.

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