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Bausparkasse: Partner fürs Bausparen

Bausparkassen sind spezialisierte Finanzinstitute für Bausparverträge. Erfahren Sie, wie sie funktionieren und was sie von Banken unterscheidet.

Bausparkasse: Der Spezialist fürs Bausparen

Bausparkassen sind eine deutsche Besonderheit. Nirgendwo sonst auf der Welt gibt es so viele dieser spezialisierten Institute. Aber was unterscheidet sie von normalen Banken?

Was ist eine Bausparkasse?

Eine Bausparkasse ist ein Kreditinstitut, das sich auf Bausparverträge spezialisiert hat. Sie sammelt das Geld der Sparer ein und vergibt daraus zinsgünstige Bauspardarlehen.

Das Geschäftsmodell basiert auf dem Kollektivprinzip: Die Einzahlungen aller Bausparer bilden einen gemeinsamen Topf. Aus diesem Topf werden die Darlehen finanziert. Wer länger spart, ermöglicht anderen die frühere Zuteilung - und bekommt später selbst ein günstiges Darlehen.

Die wichtigsten Bausparkassen in Deutschland

Der Markt wird von wenigen großen Anbietern dominiert:

Private Bausparkassen (Auswahl):

  • Schwäbisch Hall (größte deutsche Bausparkasse, Marktführer)

  • Wüstenrot

  • BHW (gehört zur Postbank)

  • Debeka Bausparkasse

  • BKM Bausparkasse Mainz

  • Alte Leipziger Bauspar AG

  • SIGNAL IDUNA Bauspar AG

Öffentlich-rechtliche Bausparkassen (Landesbausparkassen - LBS):

  • LBS Bayern

  • LBS Baden-Württemberg

  • LBS Nord

  • Und weitere regionale LBS

Die Landesbausparkassen gehören zu den Sparkassen und arbeiten eng mit diesen zusammen.

Was Bausparkassen von Banken unterscheidet

Das Geschäftsfeld ist eingeschränkt. Bausparkassen dürfen nur bestimmte Produkte anbieten - hauptsächlich Bausparverträge und damit verbundene Vorfinanzierungskredite.

Die Zinsen sind anders strukturiert. Während Banken ihre Kreditzinsen am Markt orientieren, stehen die Bausparzinsen von Anfang an fest. Das gilt für die Guthabenverzinsung wie für das spätere Darlehen.

Die Aufsicht ist strenger. Bausparkassen unterliegen nicht nur der normalen Bankenaufsicht (BaFin zusammen mit der Deutschen Bundesbank), sondern auch dem Bausparkassengesetz (BauSparkG) und der Bausparkassenverordnung (BauSparkV) mit besonderen Auflagen, insbesondere zur Kollektivsteuerung und Tarifgenehmigung.

Wie Bausparkassen ihr Geld verdienen

Die Einnahmen kommen aus verschiedenen Quellen:

Abschlussgebühren: Bei Vertragsabschluss kassiert die Bausparkasse 1% bis 1,6% der Bausparsumme. Diese Gebühr ist nach BGH-Rechtsprechung zulässig.

Zinsmarge: Der Unterschied zwischen Guthabenverzinsung und Darlehenszins.

Kontoführungsgebühren: Pauschale Jahres- oder Kontoführungsentgelte sind nach BGH-Rechtsprechung sowohl in der Anspar- als auch in der Darlehensphase unzulässig (BGH XI ZR 551/21 vom 15.11.2022 und BGH XI ZR 308/15 vom 09.05.2017). Bereits gezahlte Beträge können zurückgefordert werden.

Zusatzgeschäfte: Vorfinanzierungskredite, Versicherungen, andere Finanzprodukte.

Die Rolle des Außendienstes

Bausparkassen haben traditionell einen starken Außendienst. Die Vertreter verkaufen nicht nur Bausparverträge, sondern auch andere Finanzprodukte der Muttergesellschaft oder Kooperationspartner.

Das erklärt, warum Ihnen beim Bauspartermin oft auch Versicherungen oder Geldanlagen angeboten werden. Der Vertreter verdient an allem mit.

Tipp: Konzentrieren Sie sich auf das, was Sie wirklich brauchen. Lassen Sie sich nicht zu Zusatzprodukten überreden, die Sie nicht geplant hatten.

Bausparkasse oder Bank - wo abschließen?

Bausparverträge bekommen Sie nicht nur direkt bei der Bausparkasse. Auch Banken und Sparkassen vermitteln sie - oft für eine der Landesbausparkassen oder private Bausparkassen.

Der Unterschied liegt im Service und in der Beratung. Bei der Bausparkasse direkt haben Sie Spezialisten, die sich mit allen Tarifdetails auskennen. Bei der Hausbank ist der Berater möglicherweise nicht so tief im Thema.

Die Konditionen sind dagegen meist identisch - die Bausparkasse gibt die Tarife vor, egal wer sie verkauft.

Worauf Sie bei der Wahl achten sollten

Tarifvergleich: Die Tarife unterscheiden sich erheblich. Guthabenverzinsung, Darlehenszins, Mindestsparsumme, Zuteilungszeiten - vergleichen Sie mehrere Anbieter.

Abschlussgebühr: Die Unterschiede sind gering (1% bis 1,6%), aber bei 50.000 Euro Bausparsumme sind das 500 bis 800 Euro.

Service und Erreichbarkeit: Wie gut ist der Kundenservice? Gibt es Online-Banking? Wie schnell werden Anfragen bearbeitet?

Finanzstärke: Bausparkassen sind durch die Einlagensicherung geschützt. Trotzdem schadet ein Blick auf die Bewertungen von Ratingagenturen nicht.

Die Zukunft der Bausparkassen

Die vergangene Niedrigzinsphase hat den Bausparkassen zugesetzt. Ihre alten, hochverzinsten Verträge waren teuer, neue Kunden schwer zu gewinnen, wenn auch Bankdarlehen günstig zu haben waren.

Mit wieder gestiegenen Zinsen gewinnt das Bausparen an Attraktivität zurück - die Zinssicherung des Bauspardarlehens wird wieder wertvoller. Viele Bausparkassen haben reagiert: mit angepassten Tarifen, digitalen Angeboten und Kostensenkungen. Einige haben in der Niedrigzinsphase versucht, alte Verträge zu kündigen - was zu Rechtsstreitigkeiten führte.

Für Sie als Kunde bedeutet das: Das Bausparen verändert sich. Vergleichen Sie aktuelle Angebote und verlassen Sie sich nicht auf Erfahrungen von vor 10 Jahren.

Fazit

Bausparkassen sind spezialisierte Partner fürs Bausparen. Sie bieten Produkte, die Banken in dieser Form nicht haben - mit festen Zinsen über sehr lange Zeiträume.

Ob die Bausparkasse das richtige Institut für Sie ist, hängt von Ihren Zielen ab. Für klassisches Bausparen mit Darlehensabsicht führt kein Weg an ihr vorbei. Für andere Sparziele gibt es bessere Alternativen.

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