Kapitaldienst: Zinsen plus Tilgung zusammen
Der Kapitaldienst ist die Summe aus Zinsen und Tilgung. Erfahren Sie was der Begriff bedeutet und wie er berechnet wird.
Kapitaldienst: Zinsen plus Tilgung zusammen
Der Begriff Kapitaldienst klingt sperrig. Dabei ist er ganz einfach: Es ist die Summe aus Zinsen und Tilgung die Sie pro Jahr für Ihren Kredit aufbringen müssen.
Was ist der Kapitaldienst?
Kapitaldienst = Zinsen + Tilgung
Bei einem Kredit über 250.000 Euro mit 3,5% Zinsen und 2% Tilgung:
Zinsen pro Jahr: 8.750 Euro (im ersten Jahr) Tilgung pro Jahr: 5.000 Euro (im ersten Jahr) Kapitaldienst: 13.750 Euro pro Jahr
Das sind etwa 1.146 Euro pro Monat - Ihre Rate.
Warum der Begriff wichtig ist
Banken nutzen den Kapitaldienst um Ihre Belastbarkeit zu prüfen. Sie rechnen: Kann der Kunde den Kapitaldienst aus seinem Einkommen bezahlen?
Auch bei der Finanzierungsplanung spielt er eine Rolle. Der Kapitaldienst zeigt wie viel Geld jeden Monat für den Kredit gebunden ist.
Kapitaldienst vs. Rate
Bei einem Annuitätendarlehen ist der Kapitaldienst gleich der Rate. Beides sind die regelmässigen Zahlungen die Sie leisten.
Der Begriff Kapitaldienst wird mehr in der Banksprache verwendet. Rate ist der umgangssprachliche Begriff.
Wie hoch darf der Kapitaldienst sein?
Banken haben Faustregeln:
Maximal 35-40% des Nettoeinkommens sollte der Kapitaldienst ausmachen.
Bei 4.000 Euro Nettoeinkommen wären das maximal 1.400-1.600 Euro pro Monat für Zins und Tilgung.
Das ist ein Richtwert, keine absolute Grenze. Manche Banken sind strenger, andere lockerer.
Kapitaldienst berechnen
Die Formel für das erste Jahr:
Kapitaldienst = Kreditsumme x (Zinssatz + anfängliche Tilgung)
Bei 300.000 Euro, 3,5% Zinsen, 2% Tilgung: 300.000 x (3,5% + 2%) = 300.000 x 5,5% = 16.500 Euro pro Jahr
Das sind 1.375 Euro pro Monat.
Kapitaldienst und Kapitaldienstfähigkeit
Die Kapitaldienstfähigkeit beschreibt ob Sie den Kapitaldienst langfristig tragen können.
Banken prüfen:
Ist das Einkommen stabil?
Bleibt nach dem Kapitaldienst genug zum Leben?
Gibt es Risiken wie befristete Verträge?
Nur wenn die Kapitaldienstfähigkeit gegeben ist, gibt es den Kredit.
Mein Fazit
Der Kapitaldienst ist ein Fachbegriff für etwas Einfaches: Was Sie jeden Monat für Ihren Kredit zahlen müssen.
Achten Sie darauf dass er zu Ihrem Einkommen passt. Die 35-40% Regel ist ein guter Anhaltspunkt.
Und vergessen Sie nicht: Der Kapitaldienst ist nur ein Teil der Wohnkosten. Nebenkosten, Instandhaltung und Rücklagen kommen noch dazu.
Häufig gestellte Fragen
-
Der Kapitaldienst ist die Summe aus Zinsen und Tilgung, die Sie für einen Kredit regelmäßig aufbringen müssen. Er beschreibt die jährliche bzw. monatliche Gesamtbelastung und entspricht bei einem Annuitätendarlehen der Rate.
-
Er setzt sich aus den im jeweiligen Zeitraum anfallenden Zinsen und der Tilgung zusammen. Im ersten Jahr lässt er sich mit der Formel Kreditsumme × (Zinssatz + anfängliche Tilgung) berechnen. Beispielsweise ergeben bei 300.000 Euro, 3,5% Zinsen und 2% Tilgung 16.500 Euro pro Jahr.
-
Die Kapitaldienstfähigkeit beschreibt, ob Sie den Kapitaldienst dauerhaft tragen können. Banken prüfen dazu die Stabilität des Einkommens, ob nach Abzug des Kapitaldienstes genügend zum Leben bleibt und mögliche Risiken wie befristete Verträge. Nur bei ausreichender Kapitaldienstfähigkeit wird ein Kredit vergeben.
-
Als Faustregel sollte der Kapitaldienst maximal 35 bis 40 Prozent des Nettoeinkommens betragen. Bei 4.000 Euro netto wären das etwa 1.400 bis 1.600 Euro monatlich für Zins und Tilgung. Es handelt sich um einen Richtwert; einzelne Banken können strenger oder großzügiger sein.
✓ Vielen Dank für Ihr Feedback!