Restschuld: Was Sie nach der Zinsbindung noch schulden
Die Restschuld ist der Betrag der nach der Zinsbindung übrig bleibt. Erfahren Sie warum diese Zahl so wichtig ist.
Restschuld: Was Sie nach der Zinsbindung noch schulden
Die Restschuld ist eine der am meisten unterschätzten Zahlen bei der Baufinanzierung. Viele schauen nur auf die Rate. Dabei entscheidet die Restschuld über Ihre finanzielle Zukunft.
Was ist die Restschuld?
Die Restschuld ist der Betrag den Sie zu einem bestimmten Zeitpunkt noch schulden. Meistens meint man damit die Schuld am Ende der Zinsbindung.
Bei einem 300.000 Euro Kredit mit 10 Jahren Zinsbindung und 2% Tilgung beträgt die Restschuld nach 10 Jahren etwa 232.000 Euro.
Das heisst: Sie haben 10 Jahre lang gezahlt und schulden immer noch 232.000 Euro.
Warum die Restschuld so wichtig ist
Nach der Zinsbindung müssen Sie die Restschuld neu finanzieren. Zu den dann gültigen Zinsen.
Wenn die Zinsen steigen, steigt Ihre Rate. Bei 232.000 Euro Restschuld macht ein Prozentpunkt Zinsunterschied etwa 190 Euro mehr Rate pro Monat.
Können Sie das verkraften? Das sollten Sie vor dem Kauf wissen.
So berechnen Sie die Restschuld
Die genaue Berechnung ist kompliziert. Aber grob können Sie so schätzen:
Bei 2% Tilgung: Nach 10 Jahren sind etwa 23-25% getilgt Bei 3% Tilgung: Nach 10 Jahren sind etwa 33-35% getilgt
Bei 300.000 Euro und 2% Tilgung: 300.000 - 72.000 = 228.000 Euro Restschuld (ungefähr)
Für genaue Zahlen nutzen Sie einen Tilgungsrechner oder fragen Ihre Bank.
Strategien für eine niedrige Restschuld
Höhere Tilgung wählen: 3% statt 2% reduziert die Restschuld deutlich.
Sondertilgungen nutzen: Jede Sondertilgung senkt die Restschuld.
Längere Zinsbindung: Bei 15 statt 10 Jahren haben Sie mehr Zeit zum Tilgen.
Höheres Eigenkapital: Weniger Kredit bedeutet weniger Restschuld.
Die Restschuld-Falle
Niedrige Tilgung und kurze Zinsbindung ist eine gefährliche Kombination.
Beispiel: 350.000 Euro, 1% Tilgung, 5 Jahre Zinsbindung.
Nach 5 Jahren Restschuld: etwa 332.000 Euro. Sie haben kaum was abgezahlt.
Wenn jetzt die Zinsen um 2 Prozentpunkte steigen, explodiert Ihre Rate. Das kann existenzbedrohend sein.
Das Zinsänderungsrisiko
Je höher die Restschuld, desto grösser das Risiko bei steigenden Zinsen.
Bei 100.000 Euro Restschuld: 1% mehr Zinsen = 83 Euro mehr Rate Bei 250.000 Euro Restschuld: 1% mehr Zinsen = 208 Euro mehr Rate
Deshalb: Halten Sie die Restschuld am Ende der Zinsbindung so niedrig wie möglich.
Restschuld im Tilgungsplan
Im Tilgungsplan sehen Sie die Restschuld für jedes Jahr. Schauen Sie besonders auf das Ende der Zinsbindung.
Fragen Sie sich: Kann ich diese Summe auch bei höheren Zinsen stemmen? Wenn nein, müssen Sie anders finanzieren.
Mein Rat
Achten Sie bei der Finanzierung nicht nur auf die Rate. Schauen Sie auf die Restschuld am Ende der Zinsbindung.
Wählen Sie eine Tilgung die diese Restschuld in einem verkraftbaren Rahmen hält. Selbst wenn die Rate dadurch höher ist.
Die Restschuld bestimmt Ihre Verhandlungsposition bei der Anschlussfinanzierung. Je niedriger sie ist, desto entspannter können Sie in die Zukunft schauen.
Häufig gestellte Fragen
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Die Restschuld ist der Betrag, den Sie zu einem bestimmten Zeitpunkt Ihrer Baufinanzierung noch schulden, meist gemeint am Ende der Zinsbindung. Beispiel: Bei 300.000 Euro Kredit, 10 Jahren Zinsbindung und 2% anfänglicher Tilgung verbleiben nach 10 Jahren etwa 232.000 Euro Restschuld. Diese Kennzahl entscheidet maßgeblich über Ihre finanzielle Flexibilität und die Konditionen der Anschlussfinanzierung.
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Die exakte Berechnung erfolgt über den Tilgungsplan und ist rechnerisch komplex, lässt sich aber grob abschätzen. Als Faustwerte gilt: bei 2% Tilgung sind nach 10 Jahren rund 23–25% getilgt, bei 3% rund 33–35%. Beispielhaft ergeben 300.000 Euro mit 2% Tilgung nach 10 Jahren eine Restschuld von etwa 228.000 Euro. Für genaue Zahlen nutzen Sie einen Tilgungsrechner oder fragen Ihre Bank.
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Sie reduzieren die Restschuld vor allem durch eine höhere anfängliche Tilgung, etwa 3% statt 2%. Zusätzlich senken Sondertilgungen die Restschuld direkt, und eine längere Zinsbindung gibt Ihnen mehr Zeit, während fester Zinsen zu tilgen. Auch mehr Eigenkapital zu Beginn verringert den Kreditbedarf und damit die spätere Restschuld. Vermeiden Sie die Kombination aus niedriger Tilgung und kurzer Zinsbindung, da dann kaum getilgt wird.
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Nach Ablauf der Zinsbindung muss die verbleibende Restschuld per Anschlussfinanzierung zu den dann gültigen Zinsen neu finanziert werden. Steigen die Zinsen, erhöht sich Ihre monatliche Rate entsprechend; bei rund 232.000 Euro Restschuld bedeuten 1 Prozentpunkt mehr Zins etwa 190 Euro Mehrbelastung im Monat. Je höher die Restschuld, desto größer das Zinsänderungsrisiko. Prüfen Sie daher frühzeitig, ob Sie die Restschuld auch bei höheren Zinsen tragen können.
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