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Sollzinssatz: Der gebundene Zinssatz im Vertrag

Der Sollzinssatz ist der vertraglich vereinbarte Zinssatz. Erfahren Sie was er bedeutet und wie er sich vom Effektivzins unterscheidet.

Sollzinssatz: Der gebundene Zinssatz im Vertrag

In Ihrem Kreditvertrag steht der Sollzinssatz. Das ist der Zinssatz den Sie auf Ihre Schuld zahlen. Aber Vorsicht: Er ist nicht das Gleiche wie der Effektivzins.

Was ist der Sollzinssatz?

Der Sollzinssatz - früher Nominalzins genannt - ist der Zinssatz der vertraglich für die Zinsbindungsfrist vereinbart wird.

Wenn im Vertrag 3,5% Sollzinssatz steht, zahlen Sie auf Ihre Restschuld genau diese 3,5% Zinsen pro Jahr.

Bei 200.000 Euro Schuld sind das 7.000 Euro Zinsen im Jahr. Oder etwa 583 Euro im Monat.

Sollzinssatz gebunden vs. variabel

Gebundener Sollzinssatz: Bleibt für die Zinsbindungsfrist fest. Ändert sich nicht, egal was am Markt passiert.

Variabler Sollzinssatz: Kann sich ändern. Meist alle 3 oder 6 Monate, orientiert am EURIBOR.

Bei Baufinanzierungen ist der gebundene Sollzinssatz Standard. Das gibt Planungssicherheit.

Der Unterschied zum Effektivzins

Der Effektivzins enthält mehr als nur den Sollzins:

  • Bearbeitungsgebühren

  • Disagio

  • Vermittlungskosten

  • Tilgungsverrechnung

Deshalb ist der Effektivzins immer höher als der Sollzinssatz. Bei einem sauberen Angebot ohne versteckte Kosten liegt der Unterschied bei etwa 0,1-0,2%.

Zum Vergleichen von Angeboten nutzen Sie den Effektivzins. Den Sollzinssatz brauchen Sie für die Steuer und die Ratenberechnung.

So wirkt sich der Sollzinssatz auf Ihre Rate aus

Die monatliche Zinsbelastung berechnet sich: Restschuld x Sollzinssatz / 12

Bei 250.000 Euro und 3,5% Sollzins: 250.000 x 3,5% / 12 = 729 Euro Zinsen pro Monat

Dazu kommt die Tilgung. Bei 2% anfänglicher Tilgung: 250.000 x 2% / 12 = 417 Euro Tilgung pro Monat

Gesamtrate: 729 + 417 = 1.146 Euro

Sollzins und Anschlussfinanzierung

Am Ende der Zinsbindung wird ein neuer Sollzinssatz vereinbart. Zu den dann gültigen Marktkonditionen.

Wenn der neue Sollzins höher ist, steigt Ihre Rate. Bei 250.000 Euro Restschuld macht 1% mehr Sollzins etwa 208 Euro mehr Rate.

Das ist das Zinsänderungsrisiko bei der Anschlussfinanzierung.

Der anfängliche effektive Jahreszins

Bei Baufinanzierungen sehen Sie oft den Begriff anfänglicher effektiver Jahreszins. Das bedeutet: Der Effektivzins gilt nur für die Zinsbindungsfrist.

Danach ändert er sich weil niemand weiss wo die Zinsen in 10 Jahren stehen.

Mein Rat

Achten Sie auf beide Werte: Sollzinssatz und Effektivzins.

Der Sollzins zeigt was Sie tatsächlich an Zinsen zahlen. Der Effektivzins zeigt die Gesamtkosten und ist zum Vergleich geeignet.

Große Abweichungen zwischen beiden sollten Sie stutzig machen. Da könnten versteckte Kosten lauern.

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