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Dachbegrünung: Kosten, Vorteile und Förderung für Gründächer

Extensive und intensive Dachbegrünung im Vergleich: Was kostet ein Gründach,

Dachbegrünung: Kosten, Vorteile und Förderung für Gründächer

Dachbegrünung bezeichnet die gezielte Bepflanzung von Dach­flächen mit Vegetation. Diese bauliche Maßnahme entwickelte sich in den vergangenen Jahrzehnten von einer Nischenlösung zu einer in vielen Kommunen geförderten oder sogar vorgeschriebenen Bauweise. Gründächer leisten Beiträge zum Stadtklima, zur Regenwasserbewirtschaftung und zur ökologischen Aufwertung von Gebäuden.

Extensive vs. intensive Dachbegrünung

Bei der Dachbegrünung werden zwei grundsätzliche Systeme unterschieden, die sich in Aufbau, Pflegeaufwand und Nutzungsmöglichkeiten erheblich unterscheiden.

Extensive Dachbegrünung zeichnet sich durch eine flache Substratschicht von 6 bis 15 Zentimetern aus. Die Bepflanzung erfolgt mit anspruchslosen, trockenheitsresistenten Pflanzen wie Sedum, Moos oder Gräsern. Der Pflegeaufwand ist gering und beschränkt sich üblicherweise auf eine jährliche Kontrolle und Entfernung unerwünschten Bewuchses. Das Gesamtgewicht einer extensiven Begrünung beträgt 60 bis 150 Kilogramm pro Quadratmeter, wodurch die meisten Flachdächer ohne statische Verstärkung begrünt werden können.

Intensive Dachbegrünung ermöglicht die Gestaltung eines vollwertigen Dachgartens mit einer Substratschicht von 15 bis 100 Zentimetern. Neben Stauden und Sträuchern können bei entsprechender Aufbauhöhe auch kleinere Bäume gepflanzt werden. Die Gestaltungsmöglichkeiten umfassen Rasenflächen, Beete und Terrassen. Das Gesamtgewicht intensiver Systeme liegt bei 200 bis 500 Kilogramm pro Quadratmeter, weshalb eine ausreichende Tragfähigkeit der Dachkonstruktion Voraussetzung ist. Bei Bestandsgebäuden ist eine intensive Begrünung häufig ohne statische Ertüchtigung nicht realisierbar.

Kosten der Dachbegrünung

Die Investitionskosten variieren erheblich nach gewähltem System und Ausgangssituation der Dachfläche.

Einfache extensive Begrünungssysteme liegen bei 25 bis 50 Euro pro Quadratmeter. Diese Kosten umfassen Drainageschicht, Filtervlies, Substrat und Vegetation. Für eine 100 Quadratmeter große Dachfläche ergeben sich Gesamtkosten von 2.500 bis 5.000 Euro. Hochwertigere extensive Systeme mit dickerer Substratschicht und diversifizierter Bepflanzung bewegen sich im Bereich von 50 bis 80 Euro pro Quadratmeter.

Intensive Dachbegrünungen beginnen bei etwa 100 Euro pro Quadratmeter und können bei aufwendiger Gestaltung mit Wegen, Beeten und Wasserelementen 300 Euro pro Quadratmeter übersteigen.

Zusätzlich zu den reinen Begrünungskosten fallen häufig Aufwendungen für Vorarbeiten an: Prüfung oder Erneuerung der Dachabdichtung (30 bis 60 Euro pro Quadratmeter), Erhöhung der Attika oder Anpassung der Entwässerung. Diese vorbereitenden Maßnahmen können die eigentlichen Begrünungskosten übersteigen.

Vorteile der Dachbegrünung

Dachbegrünungen bieten nachweisbare ökologische, ökonomische und bauphysikalische Vorteile:

Wärmedämmung: Begrünte Dachflächen reduzieren Wärmeverluste im Winter und Hitzeeinwirkung im Sommer. Studien belegen Heizkosteneinsparungen von 3 bis 10 Prozent, während Kühlkosten häufig noch stärker sinken. Besonders in Dachgeschosswohnungen ist die klimatische Verbesserung erheblich.

Verlängerte Lebensdauer der Dachabdichtung: Die Vegetationsschicht schützt die Abdichtung vor UV-Strahlung und extremen Temperaturschwankungen. Die zu erwartende Lebensdauer der Dachabdichtung kann sich von etwa 20 auf bis zu 40 Jahre verdoppeln.

Regenwassermanagement: Das Substrat speichert Niederschlagswasser und verzögert dessen Abfluss. Diese Retentionswirkung entlastet bei Starkregenereignissen die Kanalisation. Zahlreiche Kommunen gewähren dafür reduzierte Abwassergebühren.

Klimatische Wirkung: Die Vegetation bindet Feinstaub, produziert Sauerstoff und kühlt durch Verdunstung die unmittelbare Umgebung. In dicht bebauten urbanen Räumen leistet Dachbegrünung einen messbaren Beitrag zur Minderung von Hitzeinseln.

Ökologische Funktion: Extensive Gründächer mit Sedum-Arten und Wildblumen bieten Lebensraum und Nahrungsquelle für Insekten wie Wildbienen, Hummeln und Schmetterlinge. In urbanen Gebieten stellen sie häufig die einzigen verfügbaren Habitatflächen dar.

Voraussetzungen für Dachbegrünung

Die Realisierbarkeit einer Dachbegrünung hängt von mehreren baulichen Faktoren ab:

Dachneigung: Für Dachbegrünungen sind Neigungen bis 35 Grad geeignet. Bei steileren Dächern besteht die Gefahr des Substratrutschens. Mit speziellen Schubsicherungssystemen sind extensive Begrünungen bis etwa 45 Grad realisierbar, der Aufwand steigt jedoch erheblich. Flachdächer bieten optimale Bedingungen.

Statische Tragfähigkeit: Die vorhandene Dachkonstruktion muss die zusätzliche Auflast aufnehmen können. Bei Bestandsgebäuden ist eine statische Prüfung durch einen Fachingenieur erforderlich. Die Kosten für ein entsprechendes Tragfähigkeitsgutachten liegen bei 300 bis 800 Euro.

Dachabdichtung: Eine intakte, wurzelfeste Dachabdichtung ist Grundvoraussetzung. Vor Ausführung der Begrünung muss die Dichtigkeit geprüft und gegebenenfalls saniert werden. Nachträgliche Abdichtungsarbeiten unter einer bestehenden Begrünung sind aufwendig und kostenintensiv.

Förderung und finanzielle Anreize

Zahlreiche Kommunen unterstützen Dachbegrünungen durch direkte Zuschüsse und indirekte finanzielle Anreize.

Direkte Förderung: Die Fördersätze variieren regional erheblich. Berlin gewährt bis zu 75 Euro pro Quadratmeter bei einer Obergrenze von 60.000 Euro je Projekt. Hamburg fördert mit bis zu 100 Euro pro Quadratmeter. Die meisten deutschen Großstädte unterhalten vergleichbare Förderprogramme.

Reduzierung von Niederschlagswassergebühren: Aufgrund der Retentionswirkung gewähren viele Kommunen dauerhaft reduzierte Gebühren für versiegelte Flächen. Die jährliche Ersparnis beträgt je nach Gebührensatz 0,50 bis 1,50 Euro pro Quadratmeter, was bei einer 100 Quadratmeter großen Dachfläche 50 bis 150 Euro jährlich entspricht.

Die Förderbedingungen unterscheiden sich nach Kommune. Häufig ist die Antragstellung vor Baubeginn erforderlich. Viele Programme setzen Mindestanforderungen an Substratdicke oder Begrünungsart voraus. Eine vorherige Prüfung der lokalen Förderrichtlinien ist daher empfehlenswert.

Baurechtliche Vorgaben bei Neubauten

Zunehmend sehen kommunale Satzungen und Bebauungspläne Dachbegrünung bei Neubauten verpflichtend vor. Typische Festsetzungen umfassen die Begrünung von mindestens 60 Prozent der Dachfläche sowie Mindestsubstratdicken von 8 Zentimetern.

Für Bauherren folgt daraus die Notwendigkeit, entsprechende Kosten bereits in der Planungsphase zu berücksichtigen. Dies betrifft die statische Bemessung, die Wahl höherwertiger Abdichtungsmaterialien sowie die Konzeption der Dachentwässerung.

Die frühzeitige Integration der Begrünung in die Planung ermöglicht technisch optimierte Lösungen, die gegenüber nachträglichen Anpassungen bauphysikalische und wirtschaftliche Vorteile bieten.

Pflege und Unterhalt

Extensive Dachbegrünungen erfordern geringen, aber regelmäßigen Pflegeaufwand. Empfohlen wird eine jährliche Kontrollbegehung zur Prüfung folgender Aspekte: Funktionsfähigkeit der Dachentwässerung, Entfernung unerwünschten Bewuchses wie Gehölzanflug sowie Überprüfung auf Lücken in der Vegetationsdecke.

Düngung ist bei extensiven Systemen üblicherweise nicht erforderlich, da die verwendeten Pflanzenarten auf nährstoffarme Standorte spezialisiert sind. Bewässerung wird nur in außergewöhnlichen Trockenperioden notwendig.

Intensive Dachbegrünungen erfordern Pflegeaufwand entsprechend der gewählten Bepflanzung, der dem eines vergleichbaren ebenerdigen Gartens entspricht.

Wirtschaftliche Bewertung

Die Investitionskosten einer Dachbegrünung amortisieren sich durch mehrere Faktoren: Reduzierung der Energiekosten, verlängerte Lebensdauer der Dachabdichtung und dauerhafte Ersparnis bei Niederschlagswassergebühren. Bei Inanspruchnahme kommunaler Förderung verkürzt sich die Amortisationszeit erheblich.

Im Rahmen der Immobilienbewertung stellt eine fachgerecht ausgeführte Dachbegrünung aufgrund ihrer ökologischen und energetischen Vorteile einen wertsteigernden Faktor dar. In urbanen Lagen mit zunehmendem Fokus auf Nachhaltigkeitsaspekte gewinnt dieser Aspekt an Bedeutung.

Aus städtebaulicher und klimatischer Perspektive leistet jede begrünte Dachfläche messbare Beiträge zur Minderung urbaner Hitzeinseln, zur Förderung der Biodiversität und zur Entlastung der Kanalisation. Diese gesellschaftlichen Vorteile spiegeln sich in der zunehmenden baurechtlichen Verankerung der Dachbegrünung wider.

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