Quadratmeterpreis: Immobilienpreise richtig berechnen und vergleichen
Der Quadratmeterpreis macht Immobilien vergleichbar. Wie er berechnet wird,
Quadratmeterpreis
Was kostet die Immobilie pro Quadratmeter? Diese Frage stellt sich jeder Käufer. Der Quadratmeterpreis macht Immobilien vergleichbar - zumindest auf den ersten Blick.
Die einfache Berechnung
Die Formel ist simpel:
Quadratmeterpreis = Kaufpreis geteilt durch Wohnflaeche
Ein Beispiel: Eine Wohnung kostet 300.000 Euro und hat 80 Quadratmeter Wohnflaeche. Der Quadratmeterpreis betraegt 3.750 Euro.
Das funktioniert auch für Mieten: Kaltmiete durch Wohnflaeche ergibt den Quadratmeterpreis pro Monat.
Das Problem mit der Wohnflaeche
So einfach die Formel ist, so kompliziert ist die Praxis. Denn: Was zaehlt zur Wohnflaeche?
In Deutschland gibt es verschiedene Berechnungsmethoden:
Die Wohnflaechenverordnung ist der gesetzliche Standard für Wohnraum. Hier gelten strenge Regeln, was zaehlt und was nicht.
Die DIN 277 misst Nutzflaechen. Sie liefert meist groessere Zahlen, weil mehr Raum einbezogen wird.
Im Verkauf wird manchmal kreativ gerechnet. Der Verkäufer nimmt die Methode, die die groessten Zahlen liefert.
Was zaehlt bei der Wohnflaechenverordnung?
Volle Anrechnung bekommen Raeume mit mindestens zwei Meter Deckenhöhe.
Halbe Anrechnung gibt es für Raeume zwischen ein und zwei Meter Höhe - typisch im Dachgeschoss unter der Schraege.
Balkone, Terrassen und Loggien zaehlen zu 25 Prozent. Bei besonders guten Lagen (Suedausrichtung, hochwertige Ausfuehrung) bis zu 50 Prozent.
Gar nicht zaehlen: Keller, Garagen, Dachboeden ohne Wohnnutzung, Abstellraeume außerhalb der Wohnung.
Vergleichbarkeit herstellen
Wenn Sie Immobilien vergleichen, achten Sie auf die Berechnungsgrundlage.
Fragen Sie nach, wie die Wohnflaeche ermittelt wurde. Nach Wohnflaechenverordnung? Nach DIN? Oder geschaetzt?
Noch besser: Holen Sie sich die genauen Masse. Laenge mal Breite für jeden Raum. Dann können Sie selbst rechnen.
Bei erheblichen Abweichungen sollten Sie nachmessen. Studien zeigen, dass bis zu 80 Prozent der Wohnflaechenangaben in Exposés nicht stimmen.
Regionale Unterschiede
Der Quadratmeterpreis variiert stark nach Standort.
In Muenchen liegt der Durchschnitt bei über 8.000 Euro pro Quadratmeter für Wohnungen. In Hamburg, Frankfurt oder Berlin sind es zwischen 4.000 und 6.000 Euro.
In Mittelstaedten wie Dresden, Leipzig oder Hannover bewegen sich die Preise zwischen 2.500 und 4.000 Euro.
In laendlichen Regionen gibt es Wohnungen für unter 2.000 Euro pro Quadratmeter.
Diese Zahlen sind Durchschnitte. Die Spanne innerhalb einer Stadt kann enorm sein. Eine Eigentumswohnung in Muenchen-Bogenhausen kostet das Vierfache einer Wohnung am Stadtrand.
Was beeinflusst den Quadratmeterpreis?
Viele Faktoren spielen zusammen:
Die Lage. Der wichtigste Faktor. Zentrum oder Randlage, gutes Viertel oder Problemkiez, Blick ins Gruene oder auf die Hauptstraße.
Das Baujahr. Neubauten sind teurer als Altbauten - wenn der Altbau nicht gerade denkmalgeschützt und saniert ist.
Der Zustand. Sanierungsbedarf drueckt den Preis. Modernisiert und gepflegt steigert ihn.
Die Groesse. Kleine Wohnungen haben oft einen höheren Quadratmeterpreis als große. Dafür ist der Gesamtpreis niedriger.
Die Etage. In Mehrfamilienhauesern sind obere Etagen meist teurer - mehr Licht, weniger Lärm.
Die Ausstattung. Einbaukueche, Fussbodenheizung, Balkon, Aufzug - all das beeinflusst den Preis.
Quadratmeterpreis vs. Gesamtpreis
Der Quadratmeterpreis ist ein Vergleichsinstrument. Aber er sagt nicht alles.
Eine kleine Wohnung mit hohem Quadratmeterpreis kann guenstiger sein als eine große mit niedrigem. Entscheidend ist, was Sie sich leisten können und was Sie brauchen.
Auch die Nebenkosten spielen eine Rolle. Eine teure Wohnung mit niedrigen Nebenkosten kann langfristig guenstiger sein als eine billige mit explodierenden Betriebskosten.
Grundstücke separat betrachten
Bei Haeusern sollten Sie zwischen Gebäude und Grundstück unterscheiden.
Ein Haus auf großem Grundstück hat vielleicht einen niedrigen Quadratmeterpreis bezogen auf die Wohnflaeche. Aber das Grundstück ist ein erheblicher Wertfaktor.
Umgekehrt: Ein Neubau mit hochwertiger Ausstattung kann einen hohen Quadratmeterpreis haben, obwohl das Grundstück klein ist.
Für echte Vergleichbarkeit müssen Sie beide Komponenten betrachten.
Entwicklungstrends
Die Quadratmeterpreise in Deutschland sind in den letzten Jahren stark gestiegen. Allerdings gibt es regionale Unterschiede.
In den Top-7-Staedten sind die Preise nach einer Korrekturphase wieder am Steigen. In laendlichen Regionen entwickeln sie sich langsamer.
Die Zinsentwicklung spielt eine große Rolle. Steigende Zinsen drücken tendenziell die Preise, weil weniger Menschen sich den Kauf leisten können.
Quadratmeterpreis als Orientierung
Der Quadratmeterpreis ist ein nuetzliches Werkzeug, aber kein alleiniger Massstab.
Nutzen Sie ihn, um einen ersten Eindruck zu bekommen, ob ein Angebot im Rahmen liegt.
Aber schauen Sie auch auf: Lage, Zustand, Ausstattung, Entwicklungspotenzial. All das spiegelt der Quadratmeterpreis nicht wider.
Und vergessen Sie die Nebenkosten nicht. Zum Kaufpreis kommen Grunderwerbsteuer, Notar, Grundbuch, eventuell Makler. Das sind weitere zehn bis fuenfzehn Prozent.
Fazit
Der Quadratmeterpreis macht Immobilien vergleichbar. Die Berechnung ist einfach: Kaufpreis durch Wohnflaeche.
Aber Vorsicht bei den Details. Die Wohnflaeche kann unterschiedlich gemessen sein. Lage, Zustand und Ausstattung sind nicht eingerechnet.
Nutzen Sie den Quadratmeterpreis als eines von mehreren Kriterien. Allein sagt er zu wenig über den Wert einer Immobilie aus.
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