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Hausanschlusskosten: Die private Erschließung beim Neubau

Hausanschlusskosten für Strom, Wasser und Abwasser müssen beim Hausbau eingeplant

Zuletzt aktualisiert: 12.01.2025

Hausanschlusskosten

Ein Bauherr aus dem Taunus fragte mich kürzlich, warum sein Kostenplan für den Neubau nicht aufging. Er hatte das Grundstück gekauft, den Hauspreis kalkuliert, die Nebenkosten bedacht. Aber die Hausanschlusskosten fehlten. 12.000 Euro, die er nicht eingeplant hatte.

Was sind Hausanschlusskosten?

Hausanschlusskosten bezeichnen die Ausgaben für die Verbindung zwischen dem öffentlichen Versorgungsnetz und dem Hausanschlussraum. Das ist der Bereich zwischen Grundstücksgrenze und Hauswand.

Im Unterschied zur öffentlichen Erschließung, die die Gemeinde organisiert, sind die Hausanschlüsse Sache des Bauherrn. Er beauftragt die Versorger und zahlt die Rechnung.

Die wichtigsten Anschlüsse sind:

Strom Wasser Abwasser (Schmutz- und Regenwasser) Gas (falls gewünscht) Telekommunikation

Mit welchen Kosten muss man rechnen?

Die Kosten variieren je nach Region, Grundstücksgröße und örtlichen Gegebenheiten. Als Richtwerte gelten:

Stromanschluss: 1.500 bis 3.000 Euro Der Netzbetreiber verlegt das Kabel von der Straße bis zum Hausanschlusskasten. Bei größeren Entfernungen oder schwierigem Gelände wird es teurer.

Wasseranschluss: 2.000 bis 4.000 Euro Die Wasserleitung wird von der Hauptleitung bis zum Wasserzähler im Haus verlegt. Tiefbauarbeiten sind oft der größte Kostenfaktor.

Abwasseranschluss: 2.500 bis 5.000 Euro Die Abwasserleitungen müssen zum Kanal geführt werden. Bei getrennter Entsorgung von Schmutz- und Regenwasser können zwei Anschlüsse nötig sein.

Gasanschluss: 1.500 bis 2.500 Euro Falls ein Gasanschluss gewünscht ist und ein Gasnetz verfügbar. Nicht überall ist das der Fall, und mit der Energiewende wird Gas als Heizenergie weniger relevant.

Telekommunikation: 500 bis 1.500 Euro Telefon, Internet, Kabelfernsehen. Bei Glasfaseranschluss können die Kosten höher liegen.

Insgesamt sollten Bauherren mit 8.000 bis 15.000 Euro für die Hausanschlüsse rechnen. Bei ungünstiger Lage des Hauses auf dem Grundstück oder schwierigen Bodenverhältnissen kann es mehr werden.

Unterschied zu Erschließungskosten

Die Begriffe werden oft verwechselt:

Erschließungskosten umfassen die öffentliche Erschließung - Straßenbau, Kanäle bis zur Grundstücksgrenze, öffentliche Beleuchtung. Diese werden von der Gemeinde erhoben.

Hausanschlusskosten betreffen nur den privaten Bereich auf dem Grundstück selbst. Diese werden direkt an die Versorger gezahlt.

Beide zusammen machen die Gesamtkosten für ein voll erschlossenes, anschlussfertiges Grundstück aus.

Wann werden die Kosten fällig?

Die Hausanschlüsse werden während der Bauphase hergestellt, typischerweise nach dem Rohbau. Die Versorger stellen Angebote aus, die vor Ausführung akzeptiert werden müssen. Die Rechnung kommt nach Fertigstellung der Arbeiten.

Planen Sie die Kosten früh ein. Sie gehören in die Gesamtkalkulation des Bauvorhabens und sollten bei der Finanzierung berücksichtigt werden.

Einflussfaktoren auf die Höhe

Mehrere Faktoren beeinflussen die Kosten:

Entfernung zur Straße: Je weiter das Haus von der Grundstücksgrenze entfernt steht, desto länger die Leitungen, desto höher die Kosten.

Bodenbeschaffenheit: Felsiger Untergrund oder hoher Grundwasserstand erschweren die Tiefbauarbeiten erheblich.

Anzahl der Anschlüsse: Wer auf Gas verzichtet oder beim Telekommunikationsanschluss spart, reduziert die Gesamtkosten.

Regionale Preisunterschiede: Die Versorger haben unterschiedliche Preisstrukturen. Ein Vergleich ist nur begrenzt möglich, da man an den örtlichen Versorger gebunden ist.

Steuerliche Behandlung

Bei vermieteten Objekten gehören die Hausanschlusskosten zu den Herstellungskosten des Gebäudes. Sie werden zusammen mit den Baukosten über die Nützungsdauer abgeschrieben.

Bei selbst genutzten Immobilien gibt es keine direkte steuerliche Entlastung. Unter Umständen kann der Arbeitslohnanteil als haushaltsnahe Handwerkerleistung geltend gemacht werden - aber das gilt nur für bestehende Haushalte, nicht für Neubauten.

Tipps für Bauherren

Vor dem Grundstückskauf Angebote einholen: Die Versorger geben auf Anfrage Kostenschätzungen ab. So können Sie vor dem Kauf kalkulieren.

Hausposition clever planen: Ein Haus nahe an der Straßenseite des Grundstücks spart Leitungsmeter und damit Geld.

Leerrohre verlegen lassen: Für spätere Anschlüsse (etwa Glasfaser oder Wallbox) können während der Bauphase günstig Leerrohre eingebracht werden.

Termine koordinieren: Wenn mehrere Anschlüsse gleichzeitig hergestellt werden, können die Tiefbauarbeiten kombiniert werden. Das spart Kosten.

Bei Bestandsimmobilien

Kaufen Sie eine bestehende Immobilie, sind die Hausanschlüsse normalerweise vorhanden und bezahlt. Prüfen Sie aber den Zustand:

Alte Bleileitungen beim Wasser sollten ausgetauscht werden.

Bei Glasfaserausbau kann eine Modernisierung des Telekommunikationsanschlusses sinnvoll sein.

Die Hausanschlusskosten sind ein oft unterschätzter Posten beim Hausbau. Wer sie von Anfang an einplant, erlebt keine unangenehmen Überraschungen.

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