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Wohnungseigentumsgesetz - Das WEG im Überblick

Das Wohnungseigentumsgesetz regelt alle rechtlichen Aspekte des Wohnungseigentums

Wohnungseigentumsgesetz - Das WEG im Überblick

WEG - drei Buchstaben die jeder Wohnungseigentümer kennen sollte. Das Wohnungseigentumsgesetz ist die rechtliche Grundlage für alles was mit Eigentumswohnungen zu tun hat.

Geschichte des WEG

Das Wohnungseigentumsgesetz stammt von 1951. Nach dem Krieg fehlte Wohnraum. Die Regierung wollte den Wohnungsbau ankurbeln - durch private Investitionen.

Die Idee: Wenn man an einzelnen Wohnungen Eigentum erwerben kann wollen mehr Menschen kaufen statt mieten. Das bringt Kapital in den Wohnungsbau.

Das Konzept ging auf. Heute gibt es Millionen Eigentumswohnungen in Deutschland. Das WEG wurde mehrfach reformiert, zuletzt grundlegend im Jahr 2020.

Aufbau des Gesetzes

Das WEG gliedert sich in mehrere Teile:

Teil 1 - Wohnungseigentum (Paragraphen 1-9). Hier steht was Wohnungseigentum überhaupt ist und wie es entsteht.

Teil 2 - Gemeinschaft der Wohnungseigentümer (Paragraphen 9a-29). Die Regeln für das Zusammenleben und die Verwaltung.

Teil 3 - Verfahren (Paragraphen 43-50). Was gilt wenn es zum Rechtsstreit kommt.

Teil 4 - Dauernutzungsrecht (Paragraphen 31-42). Ein Sonderfall der in der Praxis selten vorkommt.

Die wichtigsten Paragrafen

Einige Vorschriften sollte jeder Eigentümer kennen:

Paragraph 1 - Definition von Wohnungs- und Teileigentum.

Paragraph 5 - Was ist Gemeinschaftseigentum, was kann Sondereigentum sein.

Paragraph 10 - Die Gemeinschaftsordnung und ihre Wirkung.

Paragraph 14 - Pflichten der Eigentümer untereinander.

Paragraph 18 - Verwaltung durch die Gemeinschaft, Einsichtsrecht.

Paragraph 19 - Ordnungsgemäße Verwaltung.

Paragraph 20 - Bauliche Veränderungen.

Paragraph 25 - Stimmrecht und Beschlussfassung.

Paragraph 27 - Aufgaben des Verwalters.

Paragraph 44 - Anfechtung von Beschluessen.

Die WEG-Reform 2020

Am 1. Dezember 2020 trat eine umfassende Reform in Kraft. Die wichtigsten Änderungen:

Rechtsfahigkeit der WEG - Die Gemeinschaft ist jetzt selbst rechtsfahig. Sie kann klagen und verklagt werden.

Vereinfachte Beschlussfassung - Jede ordnungsgemäß einberufene Versammlung ist beschlussfaehig.

Bauliche Veränderungen - Einfachere Regeln, Anspruch auf Barrierefreiheit und E-Ladestationen.

Zertifizierter Verwalter - Eigentümer können einen qualifizierten Verwalter verlangen.

Digitale Teilnahme - Versammlungen können online stattfinden.

Zwingendes und dispositives Recht

Das WEG unterscheidet zwischen zwingenden und dispositiven Vorschriften.

Zwingende Vorschriften gelten immer. Egal was in der Teilungserklärung steht. Beispiel: Die Beschlussanfechtungsfrist von einem Monat.

Dispositive Vorschriften können durch Vereinbarung geändert werden. Beispiel: Der Kostenverteilungsschluessel.

Die meisten Regeln sind dispositiv. Die Eigentümer haben viel Gestaltungsspielraum.

Verhältnis zu anderen Gesetzen

Das WEG steht nicht allein. Es ergaenzt andere Vorschriften:

BGB - Das Buergerliche Gesetzbuch gilt subsidiär, etwa für allgemeine Fragen des Eigentumsrechts.

Landesbauordnungen - Regeln die baulichen Voraussetzungen für die Abgeschlossenheit.

GBO - Die Grundbuchordnung regelt die Eintragung im Grundbuch.

ZPO - Die Zivilprozessordnung für Gerichtsverfahren.

Zuständige Gerichte

Bei Streitigkeiten nach WEG-Recht ist das Amtsgericht zuständig - nicht das Landgericht wie sonst bei Immobiliensachen.

Spezielle WEG-Abteilungen gibt es bei groesseren Amtsgerichten. Die Richter dort haben Erfahrung mit den typischen Streitfragen.

Berufung geht ans Landgericht, Revision in Ausnahmefaellen an den BGH.

Die Zukunft des WEG

Das Wohnungseigentum wird weiterwachsen. In Ballungsgebieten ist es oft die einzige Moeglichkeit Eigentum zu erwerben.

Aktuelle Themen: Klimaschutz und energetische Sanierung. Digitalisierung der Verwaltung. Barrierefreiheit für eine alternde Gesellschaft.

Der Gesetzgeber wird das WEG weiter anpassen müssen. Die Reform von 2020 war sicher nicht die letzte.

Praxistipp

Sie müssen das WEG nicht auswendig kennen. Aber ein Grundverstaendnis hilft.

Lesen Sie zumindest die zentralen Paragrafen. Schauen Sie nach wenn konkrete Fragen auftauchen. Und holen Sie im Zweifel fachkundigen Rat - WEG-Recht hat seine Tuecken.

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