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Vermarktungsstrategie: Immobilien erfolgreich verkaufen

Eine durchdachte Vermarktungsstrategie entscheidet über Verkaufspreis und Vermarktungsdauer. Von der Zielgruppenanalyse bis zur Portalauswahl.

Zuletzt aktualisiert: 12.01.2025

Vermarktungsstrategie für Immobilien

Eine Vermarktungsstrategie bezeichnet den systematischen Plan zur erfolgreichen Vermittlung von Immobilien am Markt. Sie umfasst die Zielgruppenanalyse, Preisfindung, professionelle Aufbereitung und Auswahl geeigneter Vertriebskanäle. Die Qualität der Vermarktungsstrategie beeinflusst maßgeblich die Vermarktungsdauer und den erzielbaren Verkaufspreis.

Grundlagen der Vermarktungsstrategie

Eine fundierte Vermarktungsstrategie beruht auf vier zentralen Elementen:

Zielgruppendefinition: Bestimmung der potenziellen Käuferschaft Preispositionierung: Ermittlung des marktgerechten Angebotspreises Objektpräsentation: Professionelle Aufbereitung von Exposé und Bildmaterial Kanalauswahl: Festlegung der Vermarktungswege und Werbemaßnahmen

Eine unzureichende Vorbereitung führt häufig zu verlängerten Vermarktungszeiten und Preisabschlägen. Empirische Auswertungen zeigen, dass überhöhte Angebotspreise die Vermarktungsdauer deutlich verlängern und häufig zu späteren Preisnachlässen führen. Marktgerechte Preissetzung verkürzt die Vermarktungszeit erheblich. Neben der Strategie beeinflusst auch die allgemeine Marktlage (Zinsniveau, lokales Angebot und Nachfrage) die Vermarktungsdauer maßgeblich.

Zielgruppenanalyse

Die Definition der Zielgruppe bildet die Grundlage für alle weiteren Vermarktungsmaßnahmen. Unterschiedliche Immobilientypen sprechen verschiedene Käufersegmente an:

Einfamilienhäuser mit Garten richten sich primär an Familien, die Wert auf Schulnähe, Infrastruktur für Kinder und ruhige Wohnlage legen.

Zentrumsnahe Eigentumswohnungen eignen sich für Singles und Paare, die kurze Arbeitswege, urbane Infrastruktur und gute öffentliche Verkehrsanbindung priorisieren.

Mehrfamilienhäuser als Kapitalanlage zielen auf Investoren ab, deren Entscheidungskriterien Renditekennzahlen, bestehende Mietverträge und der bauliche Zustand sind.

Die Ausrichtung von Exposé, Bildsprache und Vermarktungstext variiert entsprechend der Zielgruppe. Investoren benötigen wirtschaftliche Kennzahlen, Eigennutzer reagieren stärker auf emotionale Darstellung und Wohnqualität.

Bei vermieteten Objekten sind datenschutzrechtliche Aspekte zu beachten. Innenaufnahmen bewohnter Räume dürfen nach aktueller Rechtsprechung (LG Frankenthal 2024, OLG Zweibrücken 2025) nur mit Einwilligung der Bewohner veröffentlicht werden, da diese personenbezogene Daten im Sinne der DSGVO darstellen.

Preisfindung

Die Preispositionierung stellt einen kritischen Erfolgsfaktor dar. Überhöhte Angebotspreise führen zu negativen Markteffekten: Das Objekt verbleibt überdurchschnittlich lang im Angebot, entwickelt sich zum sogenannten Ladenhüter und erzielt häufig einen unter dem realistischen Marktwert liegenden Verkaufspreis.

Zur realistischen Wertermittlung stehen mehrere Methoden zur Verfügung:

Vergleichswertverfahren: Analyse vergleichbarer Transaktionen im lokalen Markt Professionelle Wertermittlung durch Immobilienmakler Sachverständigengutachten nach ImmoWertV 2021: Seit 01.01.2022 ist die novellierte Immobilienwertermittlungsverordnung in Kraft, die frühere Richtlinien bündelt. Sie gibt drei normierte Verfahren vor: Vergleichswertverfahren, Ertragswertverfahren und Sachwertverfahren. Die Verfahrenswahl erfolgt modellkonform entsprechend der Objektart.

Eine marktgerechte Preisfestsetzung verkürzt die Vermarktungszeit und maximiert das Verkaufsergebnis.

Professionelle Objektpräsentation

Die Qualität der Präsentation beeinflusst die Anzahl der Besichtigungsanfragen erheblich.

Immobilienfotografie: Professionelle Fotografie stellt den wichtigsten Präsentationsfaktor dar. Qualitativ hochwertige Aufnahmen bei optimalen Lichtverhältnissen, aufgeräumten Räumen und technisch korrekter Ausführung erhöhen die Kontaktrate signifikant.

Exposé: Das Exposé muss objektbezogene Informationen strukturiert und vollständig darstellen. Wesentliche Inhalte umfassen Raumaufteilung, Ausstattungsmerkmale, Sanierungsstand, energetische Kennwerte und Lagebeschreibung.

Bei vorliegendem Energieausweis sind in kommerziellen Anzeigen zwingend die Angaben nach § 87 GEG zu nennen: Art des Ausweises, Endenergiekennwert, wesentliche Energieträger, Baujahr bei Wohngebäuden und Effizienzklasse. Spätestens bei der Besichtigung ist der Energieausweis vorzulegen und nach Vertragsschluss zu übergeben (§ 80 GEG). Verstöße können mit Bußgeldern bis 10.000 Euro geahndet werden (§ 108 GEG).

Grundrisse: Maßstabsgetreue Grundrisse ermöglichen Interessenten die Bewertung der Raumaufteilung und räumlichen Zusammenhänge vor der Besichtigung.

Vermarktungskanäle

Die Auswahl der Vermarktungskanäle richtet sich nach der Zielgruppe und dem Objekttyp.

Online-Immobilienportale: Plattformen wie ImmoScout24 und Immowelt erreichen die breiteste Käuferschaft und sind für Standard-Wohnimmobilien unverzichtbar. In Online-Anzeigen sind die Energieausweis-Pflichtangaben nach § 87 GEG zu beachten.

Soziale Medien: Eignen sich ergänzend für außergewöhnliche Objekte und spezielle Immobilientypen mit begrenzter Zielgruppe.

Printmedien: Lokale Zeitungsanzeigen erreichen primär ältere Zielgruppen und haben an Bedeutung verloren.

Diskrete Vermarktung: Hochpreisige Objekte oder sensible Verkaufssituationen werden teilweise ohne öffentliche Inserate über Netzwerke vermarktet.

Zeitliche Faktoren

Die Marktdynamik beeinflusst die optimale Vermarktungszeit. In Verkäufermärkten mit hoher Nachfrage ist die saisonale Komponente von untergeordneter Bedeutung. In Käufermärkten kann eine strategische Zeitplanung sinnvoll sein. Die aktuelle Marktphase mit ihrem Zinsniveau und der regionalen Nachfragesituation hat jedoch in der Regel einen stärkeren Einfluss auf die Vermarktungsdauer als saisonale Effekte.

Erfolgsfaktoren

Empirische Untersuchungen belegen, dass professionell vermarktete Immobilien kürzere Vermarktungszeiten aufweisen und höhere Verkaufspreise erzielen. Die Investition in qualifizierte Fotografie, vollständige Dokumentation und marktgerechte Preisfindung amortisiert sich durch das verbesserte Verkaufsergebnis.

Eine systematische Vermarktungsstrategie unterscheidet nach empirischen Untersuchungen erfolgreiche von weniger erfolgreichen Immobilienverkäufen und stellt einen wesentlichen Werttreiber im Transaktionsprozess dar.

Rechtliche Rahmenbedingungen

Bei der Vermarktung von Immobilien sind mehrere rechtliche Vorgaben zu beachten:

Maklerprovision: Seit 23.12.2020 gelten die §§ 656a bis 656d BGB für Kaufverträge über Wohnungen und Einfamilienhäuser, wenn der Käufer Verbraucher ist. Maklerverträge bedürfen der Textform. Bei Doppeltätigkeit für beide Parteien muss die Vergütung gleich hoch sein. Der Käufer darf nicht mehr zahlen als der Verkäufer.

Widerrufsrecht: Bei Maklerverträgen, die im Fernabsatz oder außerhalb von Geschäftsräumen geschlossen werden, besteht ein Widerrufsrecht nach §§ 312g, 355 BGB. Fehlerhafte Widerrufsbelehrungen können Provisionsansprüche gefährden, wie die BGH-Rechtsprechung 2022 bis 2025 verdeutlicht hat.

Geldwäscheprävention: Immobilienmakler sind nach dem Geldwäschegesetz verpflichtet, Identifizierungen durchzuführen und verdächtige Transaktionen zu melden. Die BaFin hat die Anwendungshinweise zuletzt im November 2024 und März 2025 aktualisiert.

Energieausweis: Die Vorlage- und Übergabepflichten sowie die Anzeigenpflichten sind bereits im Abschnitt Objektpräsentation dargestellt.

Datenschutz: Bei Innenaufnahmen bewohnter Räume ist die Einwilligung der Bewohner erforderlich, da Innenfotos als personenbezogene Daten gelten.

Siehe auch

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